Drei Jahre sind eine lange Zeit. Drei Jahre – das ist der Zeitraum, der seit Florian Horwarths Vorgängeralbum We Are All Gold vergangen ist. Drei Jahre, in denen neben eigener Tour mit über 70 Auftritten in Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz auch Auftritte als Support-Act von großen Namen wie den Cardigans und Beck auf dem Plan standen. Und wenn Beck hier als musikalischer Seelenverwandter genannt wird, so gibt das zwar keinen allumfassenden Einblick in die Klänge Florian Horwaths, verweist aber auf zweierlei: Einflüsse aus dem Folk und eine gelegentlich anzutreffende Verschrobenheit unter Bewahrung der musikalischen Schönheit.

Auch Nina Persson ist keine Unbekannte im Kosmos des Florian Horwath: Auf dem Debüt-Album von Florian Horwath spielte die Band ihres Soloalbums A Camp die Musik mit ein, auf Sleepyhead singt die Cardigans-Sängerin persönlich auf dem Titel Baby You Got Me Wrong mit, der auch bereits als digitale Vorab-Single veröffentlicht wurde (und an dieser Stelle ach schon entsprechende Würdigung fand). Eine herzschmerzliche Ballade mit einem latenten Hitpotenzial, die das behandelte Thema unter Auslassung von Peinlichkeiten auf angenehme Weise behandelte.

Was in der Single hörbar war, zieht sich auch durch das Album, das mit Ausnahme von Nina Persson auch ohne weiteres Name-Dropping qualitativ hochwertig die Gehörgänge trifft. Ruhige Indie-Musik, Einflüsse aus dem Folk und Klänge, die ihre Schönheit eben gerade durch ihre Ruhe entfalten. Florian Horwath kommt auf den Punkt, ufert nicht unnötig aus und setzt seine Mittel gekonnt ein, um den Hörer zu treffen, dabei aber nicht zu erschlagen. Gelegentlich wird man durch die Art und Weise der Instrumentierung (beispielsweise im Saxofon-Solo von Baby You Got Me Wrong) und den Gesangsstil (wie bei Trailerhead) ein wenig an Mercury Rev erinnert. Dies täuscht zum einen aber nicht darüber hinweg, dass Florian Horwath sehr eigenständige Musik macht und zum anderen ist es sicherlich keine Schande, mit Namen wie Mercury Rev und Beck genannt zu werden.

Florian Horwath hat mit Sleepyhead auf jeden Fall einen schönen Zweitling geschaffen, mit dem er beweist, dass die Luft bei ihm noch lange nicht raus ist. Schöne Klänge, die berühren. Allerdings sollte man erwähnen, dass es wirklich ruhige Musik ist – wer schnelle Rockmusik erwartet oder das Tanzbein schwingen will, ist hier eher an der falschen Adresse. Wer sich aber gerne auch ruhigere Klänge hört und sich die Zeit nimmt, sich auf das Hörerlebnis einzulassen, der hat bei Florian Horwath eine gute Adresse für sich gefunden.

Homepage: www.florianhorwath.com
MySpace: www.myspace.com/florianhorwath

Text: Marius Meyer