Rezensionen & Tonträger Marius, 25.09.2007
Future Of The Left – Curses
Im Niemandsland zwischen Pixies, Hüsker Dü und Shellac gab es einst eine Band namens Mclusky, die für Stürme der Verzückung in der Indie-Gemeinde sorgte. Nach drei Alben jedoch der Schock: Die Auflösung. Zur Linderung dieses Schocks oder auch der Erleuchtung der Hörerschaft haben die Zurückgebliebenen nun eine neue Zukunft gefunden. Der Name der Gruppe darf also – wenngleich die Gruppe „Left“ an sich eher politisch versteht – durchaus wörtlich genommen werden: Future Of The Left bestehen aus zwei Dritteln von Mclusky (namentlich Andy Falkous und Jack Egglestone). Dazu kommt mit Kelson Loiuis Mathias ein Fünftel von Jarcrew (ebenfalls aufgelöst), fertig ist das neue Trio der Zukunft der drei Zurückgelassenen.
Kurz und knackig geradewegs auf den Punkt gerockt, aber irgendwie doch verschnörkelt ist es, was die Dreierbande auf dem an drei Wochenenden aufgenommenen Album präsentiert. Keiner der 14 Songs erreicht die Vier-Minuten-Grenze und präsentiert somit seine Quintessenz in gebündelter Form ohne Ausschweifungen. Dennoch ist es trotz aller Geradlinigkeit keine straighte Rockmusik, die Future Of The Left spielen. Dazu sind sie zu verschroben, das Überraschungsmoment in den Stücken ist einfach zu groß und der Gesang ist teilweise zu eigenwillig gesetzt dafür. Die einleitende Nennung der Pixies kann dafür genau so als Referenz herhalten wie ein kleiner Vergleich mit dem verstörenden Moment bei Modest Mouse.
Jedoch: Vergleiche dieser Art sind stets hinkender Natur, denn Future Of The Left sind schließlich Future Of The Left und keine andere Band. Dies stellen sie dankenswerter Weise unter Beweis. Small Bones Small Small Bodies ist einer dieser Titel, die dies beweisen. Verzerrte Gitarren, weitestgehend stakkato-artig gespielt kombinieren sich mit einem Gesang, der einen Gestus von Punk besitzt, betont und leicht aggressiv wirkt, aber dabei keineswegs unmusikalisch wirkt. Es ist eher eine trotzige Eigenwilligkeit, die aus der Musik spricht und gerade diese ist es, die Future Of The Left markant macht. Dies zeigen sie im Grunde schon von den ersten Tönen an mit den verstörenden Riffs in The Lord Hates A Coward.
Kompromisslose Rockmusik mit einem ordentlichen Schuss Punk-Spirit, die auch zu Recht bereits von Zeitschriften wie dem NME gelobt wurde, bieten Future Of The Left auf ihrem in dieser Zusammensetzung ersten Album. Leider ist der Spaß von kurzer Dauer: Rund 37 Minuten bringt das Album an Spielzeit mit sich, was sich hart an der Grenze zum Begriff „Album“ befindet. Allerdings gibt es schließlich nirgends ein Gesetz, das eine bestimmte Spielzeit vorschreibt und – was viel wichtiger ist – eins ist für den Freund derartiger Musik gewährleistet: Pause für die Skip-Taste. Diese wird bei dem Album sicherlich nicht benötigt, wenn man diese Art von Musik mag!
Homepage: www.futureoftheleft.com
MySpace: www.myspace.com/futureoftheleft

Text: Marius Meyer