Gil-Scott Heron ist eine Legende. Einer der Pioniere des Raps, einer der heimlichen Erfinder des Poetry-Slams und für The Revolution Will Not Be Televised noch heute geliebt. Im Jahr 1971 ein echter Vorreiter. Und: Gil Scott-Heron kann es nicht lassen. Nach einigen Gefängnisaufenthalten wegen Drogenbesitzes und Drogenmissbrauchs ist er nun wieder da – seiner Legende tat all das keinen Abbruch. I’m New Here stimmt natürlich so gar nicht, bei einer derartigen Legende – aber nach 13 Jahren Albumpause ist ein neues Album natürlich schon etwas Besonderes. Und wenn er hinter das I’m New Here im Titelstück ein „again“ hängt, hat er wohl doch recht.

Mit HipHop und Rap hat das Album allerdings nicht direkt zu tun, obgleich sein Gesang oft eher in sprechender Weise vorgetragen ist. Eher sind es soulige Klänge, die er präsentiert, kombiniert mit Funk, akustischen Gitarren und einer breiten Palette von Einflüssen. Der Titelsong beispielsweise ist ein sehr ruhig gehaltenes Stück mit Akustik-Gitarre, in dem der Bariton Gil Scott-Herons gut zur Geltung kommt. Ein Stück wie New York Is Killing Me hingegen ist sehr funkig und lebt nur von klatschenden Händen und ein bisschen Percussion, während beispielsweise The Crutch mit elektronischen Beats spielt.

Gil Scott-Heron betätigt sich auf der CD sehr als Geschichtenerzähler, indem er die Songs auch immer wieder durch Spoken Word-Interludes verbindet. Interlude-Namen wie I Was Guided und Certain Things verweisen gut darauf. Insgesamt ist somit ein spannendes und kurzweiliges Album entstanden, das sich hören lassen kann. Allerdings ist es mit nicht einmal einer halben Stunde Spielzeit auch sehr kurz ausgefallen. Schade eigentlich, denn hier wäre sicher noch mehr drin gewesen. Gut ist es aber so oder so!

Homepage: www.gilscottheron.net
MySpace: www.myspace.com/revolutionwillnotbetelevised

Text: Marius Meyer