Rezensionen & Tonträger Marius, 31.05.2007
Heavens Under Sea – Man in the sky
Heavens Under Sea ist eine Band, die vor allem in Pubs und Kneipen im Bereich Niederrhein, Rheinland und Ruhrgebiet einen Namen hat. In Eigenregie wurde zudem die EP The man in the sky mit fünf Stücken veröffentlicht, die es zum Preis von sieben Euro über die Bandhomepage zu erwerben gibt. Die Aufmachung zeigt, dass das Budget nicht sehr hoch war, aber wie wir alle wissen: Never judge a book by the cover! Musikalisch gibt es durchaus hochwertige Musik auf der kurzen CD zu hören. Die fünf durchweg selbst komponierten Stücke offenbaren dem Hörer eingängigen Poprock, der nicht wehtut und sich mal schneller, mal nachdenklicher präsentiert. Da es sich hierbei um bloß fünf Stücke handelt, bietet es sich an, jedes Stück einmal für sich zu beleuchten.
Mit So high eröffnet die CD mit einem Titel lockerer, frisch wirkender Musik, die vor allem von der Orgel getragen wird und für gute Laune zu sorgen vermag. Die Gitarren spielen unverzerrt, der Gesang geht ein, es wird auf die Stimmung gezielt, was nicht unlogisch erscheint, wenn man den Hintergrund bedenkt, dass die Gruppe sich vor allem in Pubs und Kneipen ihren Ruf erspielt hat. Dennoch wird bereits im Folgetitel gezeigt, dass die gute Laune nicht alles ist. Bei Erkenntnis fatal, einer getragenen Piano-Ballade mit dezenter Untermalung durch die anderen Instrumente, präsentieren Heavens Under Sea tatsächlich eine fatale Erkenntnis: „Ich bin nur von Idioten umgeben“ singt Thomas Jansen-Vander mit einem Schuss Melancholie und einer frappierenden Ehrlichkeit.
Weiter auf der Reise zum Man in the sky geht es mit Take a chance, wo die Gruppe zeigt, warum sie sich den Slogan „Grooves out of Soul“ auf die Fahnen geschrieben hat, denn der Titel grooved tatsächlich. Funky Gitarrenriffs und ein eingehender Chorus beweisen dies, dazu zeigt ein Keyboardsolo auch eine sympathische Verspieltheit. Eine ähnliche Soloeinlage findet sich auch im namensgebenden Folgetitel der EP, wobei dieser ansonsten zwar vom Tempo eher durchaus im rockigen Bereich liegt, der Titel an sich allerdings die Gefühlspalette von beiden Seiten aus bedient: Klingen die Strophen doch eher nachdenklich, schimmert im Chorus wieder die Hoffnung durch, bevor Die Entscheidung im fünften Stück durch dessen gleichnamigen Titel fällt. Hier kombinieren Heavens Under Sea noch einmal die Elemente, die sie ausmachen. Ein sich selbst fragendes Stück mit einer ordentlichen Portion Groove, das Spaß macht, der durch den nachdenklichen Text allerdings inhaltlich in Frage gestellt wird.
Bleibt die Frage: Für wen ist diese CD? Sicherlich springt der Funke nicht bei jedem und auch nicht in jedem Titel über, dennoch zeigen Heavens Under Sea, dass sie ihr Handwerk durchaus verstehen und – was sehr wichtig ist – mit Spaß bei der Sache sind. Aussetzer lassen sich auf der CD nicht ausmachen und dass die Gruppe laut eigener Aussage vor allem in Pubs und Kneipen auf Interesse und Begeisterung stößt, klingen die vier doch schließlich deutlich erfrischender und abwechslungsreicher als etliche Coverbands, die seelenlos nur der Erheiterung des Publikums dienen sollen. Und Seele, die hat die Gruppe eindeutig. Wer sich sein Urteil bilden möchte, kann sowohl auf der Homepage der Gruppe als auch auf ihrer MySpace-Seite in die Titel reinhören.
Homepage: www.heavens-under-sea.de
MySpace: www.myspace.com/heavensundersea

Text: Marius Meyer
Bilder: PR