HIM - Dark Light Mit Dark Light liegt nun mehr das fünfte Album der Band vor. Stilistisch gesehen ist das Album eine logische Entwicklung und steht dem Vorgänger in nichts nach. Nach wie vor bieten HIM düster angehauchte Rockmusik, die angenehm konsumierbar ist, aber dennoch nicht so recht nach Einheitsbrei klingen will (auch wenn der Versuch aufgrund der Chartplatzierungen gerne mal unternommen wird). Allerdings fällt auf: Irgendetwas fehlt auf diesem Album. Es will sich nicht direkt einprägen. Es ist schwer, dieses „etwas“ in Worte zu fassen, aber dem geneigten Hörer könnte es beim Hören schnell auffallen.
Die Vorabsingle Wings Of A Butterfly – übrigens auf dem Album als Rip Out The Wings Of A Butterfly benannt (was eine parallele Geschichte wie einst Join Me In Death vermuten lässt) – war ein gelungener Appetizer auf das Album. Ein solides Stück Düsterrock, eingängiger Chorus, Wiedererkennungswert und typisch HIM. Leider muss man sagen, dass dieses Stück auch das Highlight des Albums darstellt. Rein musikalisch gesehen weist das Album eine ziemliche Kontinuität auf, so dass es schwer zu sagen ist, woran es dem Rest des Albums mangelt. Die Musik ist schön, Ville Valos Stimme klingt nach wie vor gut und es geht schnell ins Ohr, hier und da bleibt auch beim Hören etwas im Ohr hängen. Jedoch ist dieses Hängenbleiben nie von Dauer. Dabei ist es gar nicht mal so, dass die Musik unambitioniert klingt: Es ist nach wie vor herauszuhören, dass die Band mit Herz bei der Sache ist. Jedes Stück stellt für sich ein gelungenes Stück Musik dar, sogar ohne dass sich auf dem Album ein wirklicher Aussetzer feststellen lässt. Der Haken bei der Sache allerdings ist, dass neben den Tiefpunkten auch die weiteren Highlights fehlen. Boten die letzten Alben stets Stücke, die einen hohen Wiedererkennungswert hatten und/oder sich ins Gedächtnis einbrannten, plätschert das aktuelle Werk leider stark dahin, bis es irgendwann wieder vorbei ist. Der Ohrwurmcharakter der Stücke ist geschwunden, einen Ohrwurm wie Join Me In Death, Heartache Every Moment, Razorblade Kiss und wie sie alle heißen sucht man vergeblich. Trotz des eigentlich akzeptablen Gesamtbilds bleibt das Album leider bloß im Mittelmaß.
Was bleibt, ist dennoch festzuhalten, dass HIM sich selbst treu geblieben sind und ihr Handwerk durchaus noch beherrschen. Zum einen gibt dies Zuversicht ein irgendwann erscheinendes weiteres Album betreffend und lässt dem geneigten Hörer zum anderen auch Vorfreude auf die im Februar folgende Tour, auf der man gespannt sein darf, wie die Sücke des Albums in der Live-Umsetzung funktionieren.

Homepage: www.him-music.de

Tourdaten:
11.02.2006 Mannheim, Rosengarten (Mozartsaal)
12.02.2006 Köln, Palladium
15.02.2006 Berlin, Arene Treptow
17.02.2006 Leipzig, Haus Auensee

HIM - Dark Light

Text: Marius Meyer