Manchmal ist es schwer, die passenden Worte zu finden, wenn es darum geht, über eine neue Veröffentlichung zu schreiben. Das hat oft auch gar nichts mit Qualität oder eben auch dem Nichtvorhandensein ebendieser zu tun, sondern einfach damit, dass in den vergangenen Jahren einfach schon soviel zum selben Thema geschrieben wurde, an dem auch eine neue Veröffentlichung relativ wenig ändert. So beispielsweise bei Screamworks: Love In Theory And Practice, dem neuen Album von HIM. Ein Name, bei dem beim einen gleich mal automatisch die Alarmglocken klingeln, während beim anderen (oder im Falle von Ville Valo auch: bei der anderen) das Herz zu hüpfen beginnt…

Seit Venus Doom sind auch schon wieder über zwei Jahre vergangen. Kurzum: Es wird also mal wieder Zeit. Soviel zu den Rahmendaten… Ein neues HIM-Album also – und man muss sagen: Es hat sich eigentlich nicht viel verändert bei den Finnen. Dass die seichten HIM aus Zeiten wie Join Me und The Funeral Of Hearts verschwunden sind, weiß man spätestens seit dem besagtem Venus Doom. Erfreulicherweise setzen sie den Trend in Richtung härterer Rockklänge auch auf ihrem neuen Werk weiterhin fort. Dass HIM nun eine finstere Heavy Metal-Band geworden wären, kann man dabei natürlich nicht behaupten. Nach wie vor gehen sie sehr melodisch zu Werke und machen melancholische Rock-Musik mit düsterem Einschlag.

Dennoch aber kann man HIM keinen Stillstand vorwerfen, denn sie sind nicht stehen geblieben, sondern beschreiten einen eingeschlagenen Weg weiter – und das auf sehr vielfältige Art und Weise. Auf Screamworks: Love In Theory And Practice treffen harte verzerrte Gitarren und auch härtere Gesangspassagen auf durchmelodisierte Songs wie Scared To Death, das die HIM-typische Melancholie sehr gekonnt zelebriert und nebenher mit gekonntem Solo-Gitarrenspiel aufwartet. Nach wie vor haben HIM Groove, Gefühl, die Härte an der richtigen Stelle, aber auch einen Rock-Appeal für breitere Massen, ohne dass dieser eine negative Auswirkung auf die Musik hätte.

Was man als Fazit zu dieser Veröffentlichung schreiben kann, ist allerdings dann doch wieder das, was für fast jede HIM-Veröffentlichung gilt: HIM sind nun mal eine polarisierende Band. Und das wird sich auch in den Reaktionen auf Screamworks: Love In Theory And Practice wieder zeigen. Wer die Band schon immer doof oder auch aus Prinzip nach wie vor der Greatest Lovesongs Vol. 666 nachtrauert, wird auch mit dem neuen Werk wenig Freude haben. Wer die jüngeren HIM-Veröffentlichungen mag, sollte eigentlich auch mit diesem neuen Output keine Probleme haben, sondern vielmehr begeistert sein! Wer auf angedunkelte Rockmusik der härteren Sorte steht, sollte ebenfalls hieran seine Freude haben, ist es doch ein wirklich starkes Album der renommierten Finnen geworden!

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Text: Marius Meyer