Rezensionen & Tonträger Tristan, 25.08.2007
Iced Earth - Framing Armageddon
Mit Something Wicked ist das erste Album eines von Jon Schaffer ersonnenen Epos über menschliche Gier nach Macht erschienen, welches mit einem noch kommenden Album abgeschlossen werden soll. Um die Geschichte kurz anzureißen: Die Erde wird von den Setianern – den Nachkommen des „großen Architekten des Universums“ – bewohnt, der intelligentesten und friedvollsten Spezies der Welt. Dann beginnt die Invasion der Menschen und sie werden niedergemetzelt. Doch eine Prophezeiung spricht von zehntausend Auserwählten, die überleben und sich wieder über Menschen erheben werden, sobald Set Abominae geboren sein wird.
Was soweit ganz spannend klingt, geht nur leider etwas auf dem Album unter. Es gibt einfach Momente, in denen das bekannte Sprichwort „Weniger ist manchmal mehr“ einfach den Nagel auf den Kopf trifft. Denn was Iced Earth auf ihrem neuen Album präsentieren ist, um es kurz zusammenzufassen, einfach nur erschlagend. Insgesamt 19 Stücke sind auf dem neuen Album von Iced Earth vorhanden. An sich eine feine Sache, wären da nicht andauernd Intros, Zwischenstücke, Ausklänge usw. So schaffen es Iced Earth, sogar das aktuelle Manowaralbum zu übertreffen, was an sich ja schon eine Leistung ist. Nur leider erreichen Iced Earth nie deren Ausgefeiltheit. Dazu kommt, dass diese Passagen den Hörfluss auch eher stören, als zu passen.
Die Metalstücke sind dafür allesamt in Ordnung und bestehen allesamt aus der üblichen Mischung aus Power, Thrash und einigen anderen Richtungen, aber es muss gesagt werden, dass Iced Earth auch schon bessere Lieder abgeliefert haben. Die Stücke liegen allesamt im gehobenen Durchschnitt.
Es beschleicht einen öfters das Gefühl, dass man hier zu viel reinbringen wollte und sich dabei mehrmals massivst verheddert hat. Nach 70 Minuten ist dann alles vorbei und man wird mir wohl beipflichten, wenn ich sage, dass es sich hierbei definitiv nicht um das beste Album der Band handelt. Beim besten Willen kein schlechtes Album, aber auch nichts, was zu Freudentaumeln führen wird. Es ist hörbar, aber es hinterlässt keinen weiteren Eindruck. Schade drum. Einfach so durchschnittlich, dass man sich dran schneiden könnte.
Homepage: www.icedearth.com
MySpace: www.myspace.com/icedearth

Text: Tristan Osterfeld