„Ich und mein Tiger ist akustischer Pop, in deutsch und zu dritt.“ So lautet ganz kurz gefasst die Selbstdarstellung dessen, was die drei Bremer ihrem Hörer bieten. Drei Stimmen, zwei Gitarren und ein Kontrabass sind dabei alles, was sie brauchen, um große Wirkung mit ihrer Musik zu entfalten. Alles getreu dem Motto: „Wer mit seinem Tiger spazieren geht, konzentriert sich besser aufs Wesentliche.“ Nach einer Demo-EP und unzähligen Auftritten in den verschiedensten Umgebungen, wollen die drei es nun wissen und veröffentlichen mit Und all die anderen Leben ihr Debüt-Album, auf dem sie in elf Titel einen umfassenden Einblick in ihr Schaffen und Können geben.

Dass beim Selbstreduzieren auf drei Saiteninstrumente und Stimmen keineswegs Langeweile aufkommen muss, beweisen Ich und mein Tiger auf ihrem Album sehr eindrucksvoll. Fahrstuhlmusik beispielsweise zeigt mit seinem treibendem Tempo und dem parallel laufenden Melodiespiel auf der zweiten Gitarre, dass man das Gefühl auch mit diesen spärlichen Mitteln herüberbringen kann. In diesem und in anderen Songs zeigt die Gruppe dabei auf angenehme Art und Weise, dass man auch im Grenzbereich von Singer/Songwriter und Akustik-Pop deutschsprachige Texte nutzen kann, ohne dabei peinlich zu wirken. Ich und mein Tiger verstehen es, Gefühle gut in Worte zu verpacken, beispielsweise wenn sie in Steine die Frage „Wohin mit all deinen Worten?“ stellen.

Und all die anderen Leben ist ein gelungenes Album geworden für all diejenigen, die gerne die ruhigeren akustischen Töne hören, dabei aber trotzdem gerne mitgerissen werden. Denn Ich und mein Tiger wissen gut, wie man die Hörer zum Mitwippen bringt. Nicht aus Langeweile, sondern aus Begeisterung. Die Musik eignet sich somit nicht nur dazu, den Tiger zu besänftigen, sondern dürfte den gezähmten Tiger kurz nach der Zähmung dazu veranlassen, friedlich vor der Bühne zu tanzen.

Homepage: www.ichundmeintiger.de
MySpace: www.myspace.com/ichundmeintiger

Text: Marius Meyer