Rezensionen & Tonträger Marius, 09.01.2009
Inglow – Till Deaf Do Us Part
Der Musikmarkt schwächelt, das wissen wir. Da ist es immer wieder an der Zeit, sich Gedanken zu machen über neue Konzepte, wie man die Musik an den Mann bringt. Ein beliebter Weg ist dabei die digitale Veröffentlichung über Plattformen wie den iTunes Music Store – was allerdings stets schade ist für denjenigen, der noch gerne seine Musik in den Händen hält, die CD in den Player legen möchte, usw. Und wenn wir nun noch einmal sagen, dass der Musikmarkt schwächelt, müssen wir das darum ergänzen, dass es hier eher um quantitative Absätze geht als um qualitatives Klanggut. Dies beweisen jetzt auch Inglow, die am Jahres-Ersten via iTunes ihr Debüt-Album Till Deaf Do Us Part veröffentlichten, das eben leider nur digital erhältlich ist, dafür aber so einige Rockmusik-Liebhaber-Herzen höher schlagen lassen dürfte.
In ihrer Heimat Norwegen brachte die Band das Album nach diversen EPs schon im Jahr 2007 heraus, der Angriff auf hiesige Ohren ist nun also für 2009 angedacht. Musikalisch stehen die Chancen dafür sehr gut: Inglow machen ansprechenden, druckvollen Alternative Rock mit einer Spur Verzweiflung, gepaart mit Aggression und Melodiösität. Damit stellen sie sich in eine Reihe mit Bands wie Muse und Incubus, wirken aber weitaus erfrischender und eigenständiger. Kein Wunder, dass sich die Single-Auskopplung As I Am wochenlang in den norwegischen Top 20 halten konnte. Treibende Strophen mit klaren Basslinien und zielstrebigem Gesang treffen auf einen Chorus, der die lauten Gitarren in den Vordergrund treten lässt und druckvolle Klangwände entstehen lässt.
Obgleich As I Am bereits druckvoll und wuchtig daherkommt, ist dieser Titel eher einer der verhalteneren, darf doch die Gitarre auch gern mal ein wenig mehr sägen in Titeln wie bereits dem Opener Dangertainment.
Till Deaf Do Us Part ist wieder so ein Album, bei dem auffällt, dass gute Musik eben längst nicht alles ist, um den großen Durchbruch zu schaffen. Hier fehlt einfach mal wieder die nötige Aufmerksamkeit, das Erkennen des Potenzials und Könnens der Band, das sie gut ausschöpft. Da wünscht man sich, dass die Aufmerksamkeit schnell steigt. Auch wenn das Album eigentlich aus dem Jahr 2007 stammt, hat es nichts an Frische verloren und bietet sehr angenehmen melodiösen album-orientierten Alternative Rock.
Homepage: www.inglow.net
MySpace: www.myspace.com/inglow

Text: Marius Meyer
07 Feb 2009, 3:25 pm 1.Inglow » Post Topic » German review for “Till Deaf do us Part”…
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