Institution D.O.L. - This is my life Eine interessante, in dieser Form selten gesehene Idee ist es, die M. – auch unter dem Namen Barbie Blutig bekannt – als Kopf hinter dem Projekt Institution D.O.L. auf dieser DVD verwirklicht. So sieht man es schon selten genug, dass Projekte aus dem Industrial/Noise-Bereich eine DVD veröffentlichen – ungewöhnlicher noch ist aber der hier vorliegende Ansatz: Anstatt auf eine Aneinanderreihung von Live-Aufnahmen oder Clips zu setzen, wird auf This is my life versucht, möglichst viele Facetten von Institution D.O.L. und dem dahinterstehenden M. zu präsentieren. Das geschieht neben Live-Aufnahmen unter anderem auch durch Stimmen anderer (wie Bain Wolfkind und ein verzweifelter Tontechniker) und interessante, mit Musik hinterlegte Videoclips aus dem Leben des M. Mit einer ordentlichen Prise Humor dazu gelingt es mit dieser DVD aus dem Hause Steinklang Records, Institution D.O.L. deutlich umfassender vorzustellen, als dies im Rahmen einer CD möglich wäre.
Auch wenn es – wie eingangs bereits erwähnt – eben nicht bloß die Live-Aufnahmen sind, die diese DVD besonders machen, sei an dieser Stelle ein wenig auf sie eingangen, sind sie doch schließlich konstitutiv für eine DVD dieser Art. So findet sich auf der Veröffentlichung beispielsweise ein etwa zwanzigminütiger Mitschnitt des Auftrittes von Institution D.O.L. auf dem polnischen Wroclaw Industrial Festival im Jahre 2004. Zwanzig Minuten, die zeigen, dass auch ein Industrial-Auftritt durchaus für den Zuschauer durchaus interessant sein kann. Zwar besteht der Bühnenaufbau nur aus Notebook und Knöpfchen (wenn man vom Bier einmal absieht), aber die Bühnenpräsenz des M. macht den Auftritt spannend. Man weiß nicht, was als nächstes passiert, was als nächstes folgen wird, wohin der Auftritt gehen wird, sieht M. aber beinah stets in Bewegung. Neben diesem Auftritt gibt es auch noch eine besoffene Darbietung zusammen mit CODE 243 auf dem 2004er Steinklang Festival zu sehen.
Interessant und humorvoll sind die Passagen, in denen andere „Experten“ zum Thema Institution D.O.L. zum Wort kommen. Bain Wolfkind äußert sich mit vielen netten Worten darüber, wie er M. kennengelernt hat und wie M. als Mensch so ist – zumindest, nachdem er das offensichtlich dafür erhaltene Geld erhalten hat, was erst einmal ordnungsgemäß gezählt wird. Viele interessante Worte, die allerdings dann damit enden, dass es Uneinigkeiten über die angemessene Bezahlung gibt… Aufschlussreich ist auch der verzweifelte Tontechniker, der über seine Probleme mit der Aussteuerung und dem Mastering der Musik von Institution D.O.L. schildert und sich dabei auch gleich (nicht immer so ganz ernst) zur Musik an sich äußert.
Abgerundet wird die DVD durch interessante, mit Musik unterlegte Clips aus dem Leben des M. Stellvertretend sei hier der Titeltrack der Scheibe zu nennen. This is my life ist ein eher ruhigeres Stück Musik, in dessen Bildern viel von der Gegend und dem Alltag zu sehen ist, in der M. sich befindet. Der Titel ist also Programm. Man sieht vieles von der Stadt, in der M. ansässig ist: Stadtimpressionen, Bahnen, Haltestellen, aber auch einiges von M. selbst.

Alles in allem zeigt die DVD, dass hinter Institution D.O.L. deutlich mehr steckt als die simple Reduzierung auf die für diesen Musikstil oft negativ konnotiert verwendete Bezeichnung „Krach“. Neben der Musik gibt es vieles zu entdecken, was der unbedarfte Zuhörer und Zuseher nicht unbedingt erwartet – viel Humor, Persönliches und eben die Erkenntnis, dass es hier nicht nur um Krach geht… Empfehlung!

Einen Trailer und die Titelliste gibt es unter dem Cover zu sehen.

Homepage: www.herzschmerz.tk
MySpace: www.myspace.com/institutiondol
Label: www.steinklang-records.at

Institution D.O.L. - This is my life

Chapters
1. INSTITUTION D.O.L.
2. Bain Wolfkind talks about M.
3. Roman Strength
4. Drive of horror without horror
5. Live Wroclaw, Poland (2004)
6. Intellectual views (Dr. Didi “Fuckhead” Bruckmayr speaks)
7. Live and drunken with CODE 243 at the Steinklang Festival 2004
8. The desperate sound engineer
9. This is my life
10. Discography
11. Credits

Text: Marius Meyer