Rezensionen & Tonträger Tristan, 07.03.2010
Irij – Irij
Wer sich im Pagan und Folk Metal etwas auskennt, dem wird der Name Meri Tadic vielleicht schon einmal begegnet sein, ist die junge Dame ihres Zeichens doch Geigerin der Metal-Band Eluveitie. Mit ihrem Soloprijekt Irij widmet sie sich im Gegensatz zu Eluveitie rein dem Folk slawischer Machart. Passend dazu auch der Name Irij, der der slawischen Mythologie entlehnt ist und so viel wie „der Sitz der Götter“ bedeutet, also quasi der Olymp der Slawischen Götter. Allerdings steht er ebenfalls für das Hier und Jetzt in unserer Welt. In einer ähnlichen Ambivalenz geht es auch auf dieser CD zu: Zwischen reinen Instrumentalstücken und reinem Gesang schwankt die CD. Was bei der CD allerdings schnell deutlich wird: Hier wird leider zu wenig geboten.
Warum zu wenig? Ganz einfach: Weil man mehr will! Denn wenn Irij eines kann, dann ist es fesseln. Im Vordergrund steht dabei meistens Meris Geigenspiel, das bei den jeweiligen Stücken eine sowohl eine düstere als auch mystische und warme Atmosphäre erzeugt. Lieder wie Domovoj oder Daleko erinnern dabei stark an Zigeunerlieder, währen Hor-Ba-Toi schon schamanisch-rituelle Elemente aufweist. Bogu Govorim ist dagegen ein reines A Capella-Stück.
Auf der Debüt-EP bietet Irij sechs sehr vielschichtige und schöne Lieder, nur leider ist alles nach 23 Minuten vorbei. Und das ist bei so hervorragender Musik wirklich zu wenig. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht das letzte war, was man von Irij gehört hat. Dafür hat einen die EP einfach zu gespannt auf mehr gemacht…
MySpace: www.myspace.com/irij

Text: Tristan Osterfeld