Einen Namen hat er sich schon gemacht, Veröffentlichungen auf Albumlänge ebenso, nur das eigentliche Album fehlt noch. Wie das geht? Der Garage-Punk-Musiker aus Memphis, Tennessee hat bereits eine ganze Reihe von 7“-Singles veröffentlicht. Das Besondere daran: Jede davon war quasi auf der Stelle vergriffen. Da ging dann auch schon mal der Server des Shops vom Label Matador in die Knie. Aus diesem Grunde gab es bereits zwei Zusammenstellungen der gesammelten Singles. Dass das so nicht immer weitergehen kann, sollte klar sein, weshalb er nun doch einmal Ernst gemacht und ein komplettes Album aufgenommen hat, das nun mit Watch Me Fall vorliegt.

Auch wenn man es so unter dem Begriff „Garage Punk“ subsumiert, ist es eigentlich gar nicht immer so sehr garagig, da die Aufnahmequalität eigentlich eine recht gute ist. Auch ist es eigentlich nicht immer so zwingend „Garage“. Häufig fühlt es sich – auch wenn das grimmige Gesicht auf dem Cover es nicht vermuten lassen mag – eher an wie Surf Punk. Hang Them All mit seinem düsteren Songtitel zum Beispiel bringt seine Botschaft in einem gut gelaunten zackigen Stück Punk Rocks herüber und macht gute Laune dabei. Auch ein Song wie Before I Was Caught weist genau in diese Richtung. Ein Song im Stile wie Faking It ist da schon garagiger. Das Tempo ist hier noch einmal erhöht, der Gesang etwas aggressiver, die Gitarren spielen gerne auch mal Melodie-Riffs. Ähnlich auch beispielsweise Rotten Mind.

Ob es Jay Reatard mit diesem Album gelingen wird, über die bisherige treue Garage-Punk-Gemeinde hinauszuwachsen, muss sich zeigen. Ein handwerklich perfektes Album mit genug Druck und guten Arrangements ist ihm gelungen. Jedoch ist es oft so, dass die Arrangements sich sehr ähnlich sind und man nicht weiß, welchen Song man eigentlich gerade gehört hat. Eine gewisse Gleichförmigkeit ist vorhanden, auch wenn man den Genre-Begriff schon ein wenig ausgedehnt hat, was die Ausführungen über den Begriff „Garage Punk“ zeigen sollten. Also eigentlich ein gutes Album, aber nicht ohne Einschränkungen jedem zu empfehlen. Zudem bringen es die 12 Stücke nur auf 32 Minuten Spielzeit, weshalb man evtl. vor dem Kauf einmal die Möglichkeit des Reinhörens nutzen sollte, bevor man sich hinterher ärgert.

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Text: Marius Meyer