Jill Cunniff - City Beach Nach ihrer Auflösung im Jahre 2000 dachte sicher niemand daran, dass nun – über sechs Jahre später – so viele Neuigkeiten in Sachen Luscious Jackson zu vernehmen sind. Neben einer Best Of der Band und dem Hinweis, wieder aktiv an neuem Material zu arbeiten, erschien nun auch ein Solo-Album von Bandmitglied Jill Cunniff. Nun ist es so, dass derlei Alleingänge oft bloß wie eine aufgewärmte Variante der eigentlichen Hauptband wirken (man denke zum Beispiel an das Solo-Album von James Dean Bradfield). In anderen Fällen wiederum geht dies gut. So auch bei Jill Cunniff, die ein sehr optimistisches Solo-Album veröffentlicht hat, das sich von Luscious Jackson deutlich unterscheidet.
City Beach – so der Titel des Albums. Und bereits beim ersten Titel Lazy Girls weiß man auch schon, warum. Die Musik klingt entspannt, sommerlich, sonnig, eben wie ein Abend am Strand. Groovende Klänge elektronischerer Natur im mittleren Tempobereich treffen auf entspannt gespielte „echte“ Instrumente, die eine optimistische Stimmung hervorrufen. Soweit der erste Höreindruck, der zu weiten Strecken auch bei den folgenden Durchgängen seine Richtigkeit behalten wird. Aber ganz so einseitig (ohne diese Einseitigkeit negativ verstanden haben zu wollen) ist das Album dann doch nicht.
Schade ist, dass das Stück Eye Candy ein relativer Einzelfall auf der CD ist. Sollte es noch einmal ein Soloalbum von Jill Cunniff geben, wäre es wünschenswert, wenn etwas mehr in diese Richtung gearbeitet würde. Von der Gesamtstimmung her unterscheidet es sich zwar nicht so gravierend von den anderen Titeln, aber vom Tempo her wurde hier etwas nach vorn gedrückt und es entstand ein Vorzeigestück in Sachen lockerer, fröhlicher Poprock, der dabei keineswegs billig oder kalkuliert wirkt, sondern immer noch in einer Weise independent klingt.
Neben dem bereits mehrfach erwähnten optimistischen und fröhlichen Charakter fallen auch Stücke auf, die einen nachdenklicheren Charakter haben. Bereits im Titel deutlich wird dies bei Love Is A Luxury, das zwar musikalisch auch seine rockigen Ausreißer besitzt, insgesamt aber schon mehr das nachdenkliche Gefühl anspricht. Richtig deutlich wird der melancholischere Touch dann im Schlusstitel Disconnection, das erneut der Einseitigkeit widerspricht, die der erste Höreindruck vermitteln könnte. Dennoch ist es eher eine Art positive Melancholie.
Abrundend zum Album ist das gelungene DigiPak-Artwork zu erwähnen. Insgesamt ist es ein gelungenes Debüt-Album geworden, nach dem man gerne mehr Solo-Material von Jill Cunniff hören würde. Der Frühling kann kommen – bei diesen Klängen… Schade nur, dass das Album in Deutschland kein Label gefunden hat und man somit auf einige wenige Mailorder angewiesen ist, die es hierzulande führen. Hier empfiehlt sich die Möglichkeit, die Angebote unter „Gebraucht & Neu“ bei Amazon.de zu nutzen. Es lohnt sich!

Homepage: www.myspace.com/jillcunniff
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Jill Cunniff - City Beach

Text: Marius Meyer