Rezensionen & Tonträger Tristan, 05.03.2010
Jimi Hendrix – Valleys of Neptune
In diesem Jahr jährt sich Todestag von Jimi Hendrix zum vierzigsten Mal. Und wie es der Zufall so will, wurden erst vor kurzem unveröffentlichte Lieder in seinem Nachlass gefunden. Der Zufall, dass auf einmal unveröffentlichte Aufnahmen oder ganze Alben auftauchen, scheint sich in der letzten Zeit ja häufen, denkt man auch an das neue Falco-Album The Spirit never dies. Wie dem auch sei, haben wir es hier mit Liedern zu tun, die zwischen Electric Ladyland von 1968 und dem leider niemals vollendeten First Rays of the rising Sun zu tun. Valleys of Neptune soll mit diesen Liedern nun die Lücke zwischen diesen beiden Alben schließen. Und ob es nun Zufall ist, dass ausgerechnet jetzt diese Scheibe kommt oder nicht: Sie schließt nicht nur eine Lücke, sondern sie weiß auch zu überzeugen.
Allerdings hat man es hier nicht komplett mit unbekannten Songs zu tun. Unter den insgesamt zwölf Liedern finden sich auch einige Lieder, die man zwar schon kennt, aber dafür in anderen Versionen. So ist Hear my Train a Comin’ diesmal mit kompletter Band eingespielt und wirkt deutlich voluminöser als die Akustik-Version, die auf Jimi Hendrix: Blues Album zu finden war. Auch der Klassiker Stone Free von seiner Band Jimi Hendrix Experience ist in einer neuen und ungewöhnlichen Version auf Valleys of Neptune zu finden. Außerdem gibt es noch ein Cover von der Psychedelic Rock-Band Cream – und zwar Sunshine of your love – und ein Cover von Elmore James’ Bleeding Heart.
Wirklich noch nie veröffentlicht wurden eigentlich nur vier Lieder: Sunshine of Love, Ships passing through the night, Lullaby for the Summer und Crying blue Rain. Diese fügen sich aber in Hendrix’ bisheriges Schaffen wunderbar ein. Und dass die anderen Lieder bereits irgendwo anders mal vorkamen, ist auch nicht weiter schlimm, handelt es sich bei den meisten Liedern um Stücke, die auf irgendwelchen längst vergriffenen Best Ofs oder sonstigen Re-Releases mal vorkamen und wenn dann auch in anderen Versionen. In der Form hat man daher selbst die bereits veröffentlichten Lieder noch nicht gehört, weswegen die Veröffentlichung auf jeden Fall seinen Reiz hat.
Auch wenn Valleys of Neptune daher nicht wirklich als ein neues Album bezeichnet werden kann, lässt es sofort Hendrix-Feeling aufkommen und kann auch dann überzeugen, wenn man (von den unveröffentlichten Stücken mal abgesehen) die Lieder in anderen Versionen schon kennt. Die Lieder haben alles, was Jimi Hendrix-Songs ausmacht: Die drogengeschwängerten und quietschenden Gitarren, Hendrix’ unverkennbare Stimme und interessante psychedelische Arrangements. Passend zu dieser Veröffentlichung wird übrigens zusätzlich der Back-Katalog noch einmal aufgelegt. Ob dies nun auch ein Zufall ist, darf natürlich gerne bezweifelt werden. Fakt ist aber: Wer Hendrix mag, kommt an Valleys of Neptune nicht vorbei!
Homepage: www.jimihendrix.com/
MySpace: www.myspace.com/jimihendrix

Text: Tristan Osterfeld