Rezensionen & Tonträger Marius, 29.09.2003
Justin Balk – Justin Balk
Auf seinem Solo-Debüt zeigt sich Justin Balk von einer sehr persönlichen Seite und legt ein sehr ausgereiftes Werk vor. Vom Charakter her erinnert es streckenweise sehr an ein Singer/Songwriter-Werk, jedoch wird Justin auf seinem Album durchaus von einer Band begleitet.
In 13 Stücken bietet Justin Balk facettenreiche Gitarrenmusik, die zwar deutlich bedächtiger klingt als das, was man von den Cucumber Men gewohnt sein könnte, dabei aber durchaus positive Töne anzuschlagen weiß. Insgesamt ist es weitestgehend ruhige Musik, die dem Indie-Freund zu gefallen wissen müsste. Rockigere Momente sucht man dabei aber auch nicht vergeblich, denn bei Stücken wie “Jung heißt schön” und “Wenn’s so wär” schlägt Justin durchaus auch mal kräftiger in die Saiten.
Inhaltlich hat das Album einen sehr autobiographischen Charakter, das Leben als solches und die Liebe werden viel besungen. Im Booklet sagt Justin dazu, dass “Erlebnisse und Beobachtungen, Dinge, die ich aufschnappte, Zeilen, die ich las, Eingang in das, was in meinen Kopfhörern zu wachsen begann” fanden, was sich im Endprodukt klar erkennen lässt. Im Song “Autobiographie” z.B. singt er “Dein Leben kann alles sein, nur Theorie ist es nie” und bei “Ganz leicht” heißt es “Wenn man erstmal weiß, wie’s geht, ist es ganz leicht”, was alles durchaus nach Erlebnissen des Alltags. Bei Stücken wie Porridge geht es indes um die Liebe – “Liebe in ihrer alltäglichen (und damit einzig relevanten, weil im Wortsinne greifbaren) Form.”
Respektabel ist auch die Botschaft “An die Hörerin. An den Hörer.”, die sich auf der Rückseite des Booklets findet, aus der ja bereits vereinzelt zitiert wurde hier. Hier beschreibt Justin ganz klar, wie sein Ansatz zu verstehen ist. Er betont dabei, dass Künstler wie Fleetwood Mac, John Lennon, die Beach Boys oder auch der frühe Rod Stewart zu seinen Einflüssen zählen und dass das durchaus ernstgemeint ist und nicht nach dem Motto “Voll trashig” oder etwa “Das ist so scheiße, dass das schon fast wieder cool ist” läuft.
Der Wunsch ist, “dem Hörer ein behagliches Grinsen ins Gesicht” zu zaubern. Das dürfte mit dem selbstbetitelten Debüt Justin Balk mit Sicherheit gelingen!
Homepage: www.justinbalk.de
Text: Marius Meyer