Immer diese Mär vom Regenwetter und der richtigen Stimmung und so. Doch tatsächlich: Als ich das erste Mal die Klänge von Kat Frankie bewusst vernahm, war draußen gerade Regenwetter und es wurde dunkel. Eine an sich sehr rotwein-selige Stimmung. Ist natürlich keine gute Idee, wenn man gerade im Begriff ist, über die betreffende Scheibe zu schreiben. Aber ein gutes Bild für die Stimmung, die verbreitet wird. Und da „ihre Lieder [...] selbst bei nüchternen Menschen Gänsehaut“ auslösen, weiß man, dass die Musik auch so zu berühren weiß. Wärmende Folk-Pop-Klänge präsentiert und die aus Sydney stammende Wahlberlinerin hier. Und das alles wie aus einem Guss. Womit wir wieder beim Regenwetter wären…

Aber Regen hin, Rotwein her. Die richtige Stimmung für die Musik von Kat Frankie ergibt sich schon aus der Musik selbst. Sie ist Sängerin und Songwriterin, aber eigentlich gar nicht so die typische Singer-Songwriterin. Sie mag Folk, das hört man. Und ihre Akustik-Gitarre mag sie sehr gern und bearbeitet sie liebevoll. Es schwingt viel Moll mit, es berührt. Und das mit wenigen Mitteln. Aber es darf dann eben doch auch gerne mal mehr sein. San Antonio zum Beispiel sprengt das fragile Folk-Gewand mit einer deutlich geschlagen gespielten Gitarre, Streichern im Hintergrund und einer Menge Dynamik, die hier am richtigen Punkt begegnet. Zwar wird es hier lauter, aber immer noch breitet sich diese wohlige Atmosphäre aus.

Zwar ist die Stimme oft ruhig gehalten, aber eigentlich hat Kat Frankie auch eine ziemliche Stimmgewalt zu bieten. Dies wird zum Beispiel in People mehr als deutlich, einer Piano-Ballade, die nicht viel mehr als ebendieses benötigt und positiv theatralisch gesungen wird, in der Frau Frankie ihre Stimme gerne mal aus sich herausgehen lässt, während ansonsten oft das hier gut passende „Weniger-ist-manchmal-mehr“-Prinzip angewandt wird. Und genau so lässt sie auch mit The Faint-Hearted Ones dann das Album wieder ausklingen. Ruhig und gefühlvoll gesungen, gezupfte Gitarren, ein leiser Abschied. Ein leiser Abschied von einem wirklich gelungenen Album. Wie gut, dass man einfach wieder „Play“ drücken kann.

Homepage: www.katfrankie.com
MySpace: www.myspace.com/soundslikekatfrankie

Text: Marius Meyer