23 Jahre hat die Band nun schon auf dem Buckel und mit Tohuvabohu präsentiert Sascha Konietzko nun das 15. Studioalbum und mit dem Namen ist das Album eigentlich schon sehr genau charakterisiert. Tohuvabohu bezeichnet ein Chaos und dieses befindet sich auch auf diesem Album: Nicht nur, dass diesmal auf Deutsch, Englisch und Spanisch gesungen wird. Die Gruppe hat sich tatsächlich sogar auf einige Experimente eingelassen, was auch schon im ersten Song bemerkbar ist: Saxophoneinlagen gab es meines Wissens bislang auf keinem Album des Exildeutschen. Auf dem Titelsong wird sogar melodisch gesungen und es erscheint nicht die sonst übliche verzerrte Stimme.

Dass das ganze immer noch ein kraftvolles Album voller feinstem Industrial Metal ist, muss dabei wohl nicht erwähnt werden: KMFDM klingen wieder wunderbar rotzig und ungeschliffen wie immer. Die Lieder sind allesamt schnelle Knochenbrecher geworden. Wer die Vorgängeralben WWIII und Hau Ruck mochte, wird merken, dass sich KMFDM dabei auch etwas gesteigert haben und sich nicht wie viele Gruppen, die so lange existieren, im Kreis drehen und selber kopieren.

Gerade das ist aber genau den vorhin erwähnten Experimenten zu verdanken: Das ganze Album klingt deutlich verspielter als alle Alben, wobei die Experimente noch genau in dem Rahmen sind, wo sie bereichernd wirken und nicht das gewohnte Klangbild der Band trüben. Auch daher handelt es sich hierbei um ein Tohuvabohu.

Abschliesend sei gesagt, dass man hier bewiesen hat, dass man selbst nach 23 Jahren noch wunderbar laut, schnell und unglaublich gut sein kann. Das Album ist ein Tohuvabohu – und es macht einfach Spaß!

Homepage: www.kmfdm.com
MySpace: www.myspace.com/officialkmfdm

Text: Tristan Osterfeld