Nachdem es einige Jahre still um das nach der holländischen Heilsarmee benannte Projekt war, melden sich Leger des Heils in Form einer neuen Mini-CD mit dem lateinischen Namen Gloria (Ehre) zurück. Diese wird in den kommenden Tagen beim Dresdner Label Eis & Licht erscheinen, während die auf 100 Stück limitierte Version mit Bonus-CD bereits ausverkauft sein wird. Ob sich der Kauf dieser gelohnt hätte oder hat, lässt sich von daher leider nicht sagen, dafür hier mehr zur regulären Variante. Diese ist genau so, wie es der Kenner von Leger des Heils erwartet: Fanfaren erklingen, Trommeln ertönen und dazu kommen subtile elektronische Klänge. Auch thematisch gibt es Gewohntes: Die pathetischen, kämpferischen Texte mit religiösem und manchmal kitschigem Hauch, die von einer klaren Männerstimme gesungen werden und von Chören unterlegt sind.

Also alles beim alten? Mehr vom gleichen? Nicht ganz: Auf Gloria gibt es kleine, aber feine Modifikationen des gewohnten Klanges. Auf Gloria ertönt eine Frauenstimme, auf Beginn des Endes eine Flöte und sogar eine E-Gitarre, die sich alle sehr schön in die Musik einfügen und deswegen auch erst beim zweiten Hörgang auffallen.

Wo Licht ist, ist leider auch Schatten: Was bei Leger des Heils immer eine Schwäche war, findet sich leider auch auf dieser Veröffentlichung: Die Lieder sind wieder alle um eine bis zwei Minuten zu lang. Selbstverständlich handelt es sich hier um sich langsam aufbauende, sich zu einem Höhepunkt steigernde Stücke. Aber wenn sich ein Lied über Minuten konsequent steigert und sich dann drei Minuten gleich anhört, kommen doch Momente, wo die „Weiter“-Taste des CD-Spielers lockt.

Doch auch das gehört zu Leger des Heils, genau wie die Tatsache, dass sie es schaffen, Liedern mit minimalen Mitteln eine wunderbar erhabene Stimmung zu erzeugen. Das ganze klingt, als ob Engelschöre zum Gesang angetreten wären. Es erfreut, mal wieder was von der Gruppe zu hören und es bleibt nur eine Hoffnung: Dass auf eine weitere Veröffentlichung nicht so lange zu warten ist…

Homepage: www.leger-des-heils.de

Text: Tristan Osterfeld