Rezensionen & Tonträger André, 16.03.2008
Liquido – Zoomcraft
Wem schwirrt beim Namen Liquido nicht auch gleich die Melodie ihres bisher größten Hits Narcotic durch den Kopf. Zehn Jahre liegt dieser mittlerweile schon zurück und auch wenn es danach bedeutend ruhiger um die band wurde, weg waren sie nie. Und so veröffentlichen sie mit Zoomcraft ihr mittlerweile fünftes Album. Dieser in drei Zoomlevel strukturierte Longplayer ist denn auch eine kraftvolle Rückmeldung bei allen, welche die Band als One-Hit-Wonder im Kopf hatten oder sie aus den Ohren verloren hatten. Wolfgang Schrödl (Gesang, Gitarre, Keys), Tim Eiermann (Gitarre, Gesang), Stefan Schulte-Holthaus (Bass) und Wolle Maier (Drums, Programming) legen, wie das Cover schon vermuteten lässt, ein Album mit reichlich elektronischen Klängen vor und treiben die Hörer sehr gekonnt zur Bewegung an. Die Tanzflächen dürften sich also füllen, zumal Liquido ein abwechslungsreiches Album gelungen ist, welchem auch die kräftigen Gitarrenparts nicht fehlen.
Mit ihrem Opener Drop Your Pants gelingt den vier Mannen auch gleich ein Song, der einen zum Drücken der Repeat-Taste verleitet. Denn es geht gleich in die Vollem. Eingängige Gitarrenriffs mit saftigen Beats. Die Überraschung darüber, dasa Liquido so klingen, weicht denn auch schnell der Begeisterung. Mit A One Song Band folgt auch gleich die obligatorische Auseinandersetzung mit ihrem One-Hit-Wonder-Image und danach das ebenfalls etwas ruhigere 2 Square Meters. Die kleine Verschnaufpause, die einem da gegönnt wird, ist auch dringend notwendig, denn die nun folgenden Pop The Bottle und Beyond The Turmoil kommen wieder sehr kraftvoll und tanzbar daher. Mit dem sehr rhythmischen On A Mission schließt dann auch Zoomlevel 1.0: Acting Large.
Im mittlere Teil, Zoomlevel 2.0: Flying High, entführen Liquido mit Hypocrite dann auch zu einem Flug in andere Sphären. Auch Way To Mars lädt dazu ein, sich einfach fallen und mittragen zu lassen, bevor man von dem durch Refrain und Computersounds sehr eingängige Gameboy wieder wachgerüttelt wird. Weiter geht es dann mit Mercury, was noch etwas elektronischer und ebenfalls sehr einprägsam ist. Damit neigt sich der Flug auch dem Ende und mit dem wieder rockigeren We Are Them beginnt die Abkühlphase: Level 3.0: The Afterglow.
Bei Best Strategy übernimmt Gitarrist Tim Eiermann den Gesangspart, was sich als sehr gute Wahl erweist, denn es lässt das ganze noch etwas rockiger klingen und das Abwechslungsreichtum dieses Silberlings erhält damit noch eine weitere Facette. Der vorletzte Titel Easy überzeugt dann wieder mit der tiefen Stimme Wolfgang Schrödls. Mit Agree To Stay hat abschließend, ein schon betagterer Song der Heidelberger in einem neuen klanglichem Gewand seinen weg auf Zoomcraft gefunden.
Liquido sind also wieder da, auch wenn sie eigentlich nie weg waren. Und es ist ihnen zu wünschen, dass sie mit diesem Album den Weg in die Ohren einer breiten Hörerschaft finden werden. Denn mit der Abwechslung und Kraft, die das Album bietet, dürfte der Weg in die Charts geebnet sein.
Homepage: www.liquido.de
MySpace: www.myspace.com/liquido

Text: André Zinke