Rezensionen & Tonträger Tristan, 28.06.2009
Lolita Terrorist Sounds - Rudiments and Bases…
Da war mal wieder jemand mit einem Namen für sein Musikprojekt sehr kreativ – und wie passend dazu ein CD-Cover, an dem sich die Geister wohl auch scheiden werden. Genau so auch an der Musik, oder wie man das, was einem auf Rudiments and Bases for the New Millennium entgegenkommt, nennen möchte. Denn Lolita Terrorist Sounds, gegründet von Maurizio Vitale, bemüht sich vor allem darum, möglichst alle traditionellen Songstrukturen zu beseitigen und den Hörer mit rein elektronischen Arrangements herauszufordern. Angelehnt an den italienischen Futurismus werden dabei elektronische Klangcollagen erzeugt, die einerseits dissonant und atonal, aber dennoch wie aus einem Guss wirken.
Insgesamt vier Lieder finden sich auf der ersten Veröffentlichung von Lolita Terrorist Sounds. In Sun rising in East Berlin and going down in west Naples treffen Klavierklänge auf Trommeln und elektronische Geräusche und erzeugen eine verstörende Atmosphäre von zerschundenen und einst prächtigen Ortschaften, wie sie sowohl in Ostberlin als auch im Westen von Neapel zu finden sind. Ähnlich verstörend ist Naples is burning, in welchem eine monotone Industrieklangkulisse auf an Wind erinnernde Geräusche trifft. Italsider Ruins beginnt sehr positiv, wobei dieser Eindruck schnell verfliegt. Denn plötzlich erzeugen wiederum kalte Industriegeräusche ein Gefühl innerer Leere, wodurch der Niedergang der Gegend von Italsider beschrieben werden soll. Einst eins der Industriegebiete Italiens, von dem nur noch Ruinen übrig sind. Abgeschlossen wird die CD mit Metropolitan Hoodoo, welches eine moderne Version schamanischer Voodoo-Klänge sein soll. An afrikanische Folklore angelehnt werden auch hier die Klänge mit Metall- und Industriegeräuschen erzeugt. Ein interessanter Abschluss der CD.
Eins sollte schon mal deutlich geworden sein: Um Rudiments and Bases for the New Millennium etwas abgewinnen zu können, muss man schon Freude an atonaler, elektronischer Musik haben, ansonsten würde man diese CD zu Unrecht als Krach abstempeln. Wer sich dazu zählt, sollte durchaus mal Gehör riskieren – schaden tut es nicht.
MySpace: www.myspace.com/lolitaterroristsounds

Text: Tristan Osterfeld
09 Jul 2009, 3:41 pm 1.Francesco…
Great sound,deep sound!
11 Jul 2009, 2:08 pm 2.Giank…
We love Lolita!
We love Maurizio’s mind!