Als „Pagan Psychfolk“ betiteln die Briten von Magicfolk ihren Musikstil und legen ihr selbstbetiteltes Debüt vor, wobei man sich beim Hören schnell fragt, wie man auf das „Psych“ gekommen ist, denn hier geht es weder so psychedelisch zu, wie man es von anderen Folkbands gewöhnt ist, noch wirklich psychotisch. Auch der Begriff „Pagan“ führt zuerst auf eine falsche Fährte, da hier „Pagan“ im weitesten Sinne des Wortes verwendet wird: So werden naturmystische Klanglandschaften im Stil von Celtic Folk genauso dargeboten wie Lieder mit ägyptischen, griechischen, afrikanischen Einflüssen – meist aber kommt die Akustikgitarre mit einem weichen Frauengesang zum Einsatz und gelegentlich lockert eine E-Gitarre das ganze auf.

Wer Samplerreihen, wie Spirits of Nature und ähnliche kennt, wird also schon ein Bild davon haben, was etwa die musikalische Ausrichtung von Magicfolk ist. Präsentiert wird also eine Mischung aus Weltmusik und Naturtönen inklusive esoterischem Touch und etwas, das man am ehesten als Entspannungsmusik bezeichnen könnte. Insgesamt plätschert das ganze so vor sich hin und ist sehr gefällig, wenn es einfach so im Hintergrund läuft.

Beim genaueren Hinhören sieht es dagegen anders aus: Um wirklich das zu sein, was man unter Psychfolk vorstellen könnte, ist das ganze einfach zu kreuzbrav gehalten, da reicht es nicht, hin und wieder ein paar Gitarrenriffs einzubauen. Auch fehlt Magicfolk einfach Eigenständigkeit – etwas Markantes, das Wiedererkennungswert schafft, vermisst man einfach. So bleibt das Debüt eine nette CD, die sich für Hintergrundmusik eignet, aber für mehr reicht es bislang nicht. Schade.

Homepage: www.magicfolk.co.uk
MySpace: www.myspace.com/magicfolk

Text: Tristan Osterfeld