Rezensionen & Tonträger Marius, 03.03.2010
Manuel Normal – De Wöd steht nimma laung
Das Schöne an der Musikwelt ist ja, dass man nach all der Zeit immer noch nicht verlernt hat, sich zu wundern, was einem da so begegnet. Denn immer wieder begegnen einem völlig verschrobene Dinge, mit denen man nie gerechnet hätte, dass es so etwas überhaupt gibt. Manuel Normal ist da mal wieder so ein Fall – man sehe es mir an dieser Stelle nach, so plump mit dem Nachnamen zu spielen, aber eins muss man sagen: Normal ist das sicherlich nicht, was auf De Wöd steht nimma laung gespielt wird. Sieht man den Österreicher auf dem Cover seines Albums noch im Anzug als Opernsänger stehen, so geht dieser Eindruck gleich flöten, sobald man seine CD ins Abspielgerät eingelegt hat…
Schon die Sprache ist hier äußerst gewöhnungsbedürftig. Während in einigen Ländern angestrengt Diskussionen um eine muttersprachliche Quote im Radio zu erreichen, geführt werden, hat sich Manuel Normal in der Hinsicht längst emanzipiert und steht zu seinem Oberösterreichisch. Das klingt authentisch, aber eben auch sehr eigenwillig. Musikalisch ist es am ehesten als ein Hybrid zu bezeichnen – einerseits ist es Rockmusik im klassischen wie auch im härteren Sinne, andererseits sind hier auch Einflüsse von HipHop mit Groove zu sehen.
Auf seine Weise muss man schon sagen, dass dieses Album gewissermaßen rockt. Es fällt mitunter nur schwer, es ernst zu nehmen. Dafür muss man Manuel Normal aber anerkennen, dass er alles andere macht, als sich irgendwelchen Konventionen zu beugen. Es ist wirklich schwer, hier ein Urteil zu fällen – denn es ist schwer zu sagen, wem das hier gefallen könnte und wem nicht. Auf jeden Fall sollte die Bereitschaft da sein, dieses Album auch mit einem Augenzwinkern zu sehen. Denn auch wenn Manuel Normal seinen Protest mitunter ernst meint, so ist es schwer, es auch immer als solches zu nehmen.
Um es auf eine eventuell hilfreiche Formel zu bringen: Mit De Wöd steht nimma laung bekommt die Bezeichnung „Crossover“ ganz neue Dimensionen, die man vorher nicht erahnen konnte. Und allein das ist eine starke Leistung!
Homepage: www.manuelnormal.at
MySpace: www.myspace.com/manuelnormal

Text: Marius Meyer