Ist es ein gutes Zeichen, wenn eine CD-Hülle beim Aufmachen auseinanderbricht? Eigentlich ja nicht, aber es gibt sie doch, die Alben, bei denen noch nicht einmal Aberglaube etwas kaputt machen kann. Und nach den ersten drei Liedern will Golden Parachute schon gar nicht mehr aus dem CD Spieler nehmen, da macht die kaputte CD Hülle also auch nichts mehr. Nach drei bisherigen Alben als Solokünstler scheint sich bei Markus Apitius noch lange keine Langweile oder gar Eintönigkeit einzustellen. Von Folk bis Pop, etwas Jazz und Gospel – die Lieder sind kaum einzuordnen und verschaffen dabei gute Laune und vermitteln vor allem eines: eine ungehemmte Liebe zur Musik.

Fast schon schwebend wandert Apitius zwischen den verschiedensten Stilen und man merkt, dass hier eine klassische Musikausbildung vorliegt. Und diese wird in all ihren Facetten genutzt. My Short Attention Span ist eines der melodie-verliebten Beispiele des Platte. Popmusik in seiner besten Umsetzung, inklusive Akkordeon und einem durchdachten Text. Das reicht nicht? Dann einfach mal bei Mighty Murdoch rein hören – der Mann kennt sich in der hohen Liederkunst aus. Das Titellied Golden Parachute erinnert an die ‚guten alten Zeiten‘ und das Saxophonspiel gibt dem Lied ein gewisses Extra. Ein durchziehendes Extra des Albums ist die grandiose Stimme von Apitius. Wandelbar und erfrischend sind wohl mit die ersten Attribute, die einem da einfallen. Bei Shipwrecked wirkt seine Stimme fast zerbrechlich, während bei Tesla Wonders einmal mehr die klassische Ausbildung durchscheint und dabei gekonnt kraftvoll und beständig den Hörer verzaubert.

Etwas ruhiger wird es bei Catherine From A Distance und wohlig melodisch spielt sich hier die Gitarre in die Herzen der Hörer. Fast schon verstörend schön ist Epiphany 74, was so gar nicht mit den anderen Liedern zu passen scheint. Es wird auf einen Höhepunkt gearbeitet, der nicht stattfindet, sondern in ein Sitar-Gitarrenspiel umgewandelt wird und einen ausgiebigen instrumentalen Teil einleitet. Es scheint auf den ersten Blick sehr ungewöhnlich, aber es funktioniert und macht Epiphany zu einem der Glanzpunkte des Albums. Dabei ist es fast schon schwierig, auf Golden Parachute die Höhepunkte zu unterscheiden. Denn jedes Lied ist etwas Besonderes, unterscheidet sich von seinem Vorgänger und doch passen sie alle zusammen wie ein verwobenes Netz. Wer nach melodischen Liedern mit Substanz und einer tollen Stimme sucht, der braucht nicht weiter suchen – das alles findet man bei Markus Apitius in Bestform.

Homepage: www.apitius.de
MySpace: www.myspace.com/markusapitius

Text: Katrin Gruhl