Maximo Park - Our Earthly Pleasures Herzlich Willkommen in Phase 2! Als Nachfolger des über die Maßen erfolgreichen Erstlings A Certain Trigger, das die Gruppe mit vier Singles in den Top 20 und über 500000 verkauften Einheiten schnell zu den ganz Großen zählen ließ, steht mit Our Earthly Pleasures nun ein neues Werk der Briten in den Startlöchern. Sänger Paul Smith verspricht einen Klang „wie eine Mischung aus den Smashing Pumpkins und den Smiths“, was sicher eine gewagte Selbstbeschreibung ist, aber beim Hören gar nicht mal so unsinnig erscheint. Vom Rockpotenzial her ist der Vergleich mit den Pumpkins nicht verkehrt, vom transportierten Gefühl her sind auch die Smiths-Einflüsse nicht zu leugnen.
Dennoch ist es gewagt, als Gruppe selbst derlei große Namen als Referenzen anzuführen, da das Anliegen ja vor allem sein sollte, den ureigenen Klang herauszustellen. Wenn dies auch aus den Worten heraus nicht deutlich wird: Die Musik verdeutlich dies selbstredend – und sie ist ja schließlich das, worum es bei Maxïmo Park gehen soll. Mit Foo Fighters- und Pixies-Produzent Gil Norton als produzierender Hand hat die Gruppe ein spannendes zweites Album veröffentlicht, das einen würdigen Nachfolger zum Erstling darstellt.
Mit Our Earthly Pleasures fügt sich die Gruppe erneut gut in die Retro Rock-Ecke zusammen mit Namen wie Franz Ferdinand ein. Ein modernes, indiependesques Klanggewand mit einer ordentlichen Prise 60er-Spirit, gepaart mit typisch britisch anmutender Rockmusik und Hang zur Tanzbarkeit. Vorangetrieben sind die Stücke durch eine erfreuliche Dynamik, die den Spaß der Gruppe an ihrer dargebotenen Musik hervorragend aufzeigt. Vom Schlagzeug vorangetrieben, mit kantigen, sich dabei aber doch angenehm im Gehörgang einschmiegenden Gitarrenriffs verziert und hintergründigen Keyboard-Melodien untermalt trägt Paul Smith betont und gefühlvoll singenderweise seine Texte vor. Immer vorhanden – mal mehr mal weniger stark – ist dabei der Geist des Rock’n’Roll.
Doch worum geht es da eigentlich, bei dem was gesungen wird? Der Albumtitel Our Earthly Pleasures gibt dabei gleich den Inhalt vor: Weltliche Dinge in den verschiedensten Ausprägungen. Girls Who Play Guitars zum Beispiel: Eine wertneutrale Betrachtung über Mädchen, die gerne ausgehen und Spaß dabei haben, ohne sich hinterher schuldig zu fühlen. Die Menschlichkeit der weltlichen Existenz wird herausgestellt. So auch bei Nosebleed: Ein Stück über Menschen, die hinter dem Rücken schlecht über einen reden, ohne dass man selbst so etwas wie einen Rechtfertigungsdrang verspürt. Die erste Single Velocity hingegen weist einen politischen Hintergrund auf und besingt Menschen, die für ihr Land kämpfen und zu hinterfragen beginnen, wie sie eigentlich in die Situation gekommen sind, in der sie sich zurzeit befinden. Auf diesen verschiedenen Hintergründen bauen sich auch die weiteren Themen auf. Das Weltliche als Kategorie, das in seinen verschiedenen Ausprägungen beleuchtet wird.

Maxïmo Park zeigen sich auf ihrem zweiten Album vielschichtig, spannend und sehr dynamisch. Der Spaß an der eigenen Musik greift schnell auf den Hörer über, so dass dem Hörvergnügen des interessierten Hörers nichts im Wege steht.

Homepage: www.maximopark.com

Maximo Park – Our Earthly Pleasures

Text: Marius Meyer