Wenn es ein Lied gibt, an dem man in den letzten Wochen nicht vorbei kam, dann war es Haven’t Met You Yet von Michael Bublé. Manch einer könnte meinen, der US-Amerikaner ist einfach eine moderne Kopie von Frank Sinatra. Dass dem nicht so ist, beweist der Musiker mit seiner neuen LP Crazy Love. Hier findet sich zo ziemlich alles, was den Musikliebhaber aufhorchen lässt und Grenzen überschreiten kann. Grandiose Melodien und überragender Gesang machen Crazy Love nicht nur zu einem der Alben des Jahres, sondern hat das Zeug zum Klassiker. Ob für die Einsamen, die Liebenden, die Freunde, die Glücklichen oder Traurigen, die Entspannten oder die Geschäftigen: das hier vorliegende Album lädt ein zum innehalten und geniessen.

Durchgängiges Merkmal der 12 Lieder (plus 2 Bonustracks) ist das Bigband- und Jazz-Feeling, das der gesamten Platte ein Stempel mit vier grossen Lettern aufdrückt: COOL! Cry Me A River, welches zum Gück nicht mit Cry Me A River von Justin Timberlake in Zusammenhang steht, wirkt als Bewerbung für einen Bondfilm. Ein klares, fast eiskalt wirkendes Arrangement liefert das Umfeld zu dem auf den Punkt genauen und herrlich intensiven Gesang. In diesem Soundtrack-Style geht es jedoch nicht weiter, sondern es geht vor allem eines: Spaß an der Musik. Und da bei dieser Musik vor allem Liebe, gebrochene Herzen und Sehnsucht thematisiert werden, finden sich ebensolche Lieder. Ob You’re Nobody Till Somebody Loves You oder All I do Is Dream of You, es geht um die grossen Emotionen und die noch grösseren Melodien und man wird nicht enttäuscht. Ebenso wird man von dem Gesang nicht enttäuscht, sondern immer wieder überrascht, wie vielseitig Bublé doch ist.

Bei den ruhigen Nummern wie dem wunderschönen Georgia On My Mind oder Hold On kommt die charismatische und einnehmende Stimme von Michael Bublé besonders zur Geltung. Ganz zu schweigen von dem Titelsong Crazy Love, einer der vielen Perlen des Albums. Im Original von Van Morrison und hier im Jazz Style in Up-Tempo und mit einer guten Portion Pop wird dieser Song zu einem Glanzpunkt und lässt den Hörer träumen. Der wohl Pop-lastigste Song ist das allseits bekannte Haven’t Met You Yet und verbereitet bedingungslos gute Laune. Und so kommt es, dass man das Album Crazy Love ohne nachzudenken hoch und runter spielt und auch nach einigen Tagen nicht genug davon bekommen hat. Wenn das mal kein Zeichen für ein kleines Meisterwerk ist. Oder ist es ein grösseres? Das sei jedem selber überlassen. Für die nächste Zeit kommt eh kein anderes Album in den CD-Spieler.

Homepage: www.michaelbuble.com
MySpace: www.myspace.com/michaelbuble

Text: Katrin Gruhl