Bei Österreich denkt man sicher an vieles, aber nicht an so etwas wie Hamburger Schule. Das klingt nun seltsam und gleichermaßen logisch, ist aber am rotierenden Objekt bei mob – die übrigens auf die Kleinschreibung bestehen – und ihrem Album Mich kriegt ihr nicht gut nachzuvollziehen. Die Österreicher, die auf dem Label mit dem sehr eigenwilligen Namen Problembär Records, bringen mit diesem Titel ihr Debüt-Album raus, das so gar nicht nach Österreich klingt. Oder anders: Zumindest nicht danach, was man mit Österreich sonst so assoziiert (oder assoziieren könnte). Stattdessen spielen sie sehr eigene deutschsprachige Indie-Rock-Musik.

Hamburger Schule ist es natürlich eigentlich nicht, was mob hier spielen, zumal das ja auch so ein Schubladenbegriff ist, den es heutzutage kaum noch möglich ist, adäquat zu füllen. Dennoch ist die Nähe zu den großen Städten des deutschsprachigen Indies zu hören – sowohl das frühere musikalische Hamburg als auch das spätere musikalische Berlin sprechen aus den Arrangements von mob. Was mob dabei sehr zugute zu halten ist: Sie verlieren sich nicht in verschachtelt-abstrakten Texten, sondern singen recht klar von dem, was sie bewegt. Auch das kann funktionieren: Einfach ehrlich auf den Punkt bringen, was ausgesagt werden soll – und all das, ohne peinlich zu klingen.

Musikalisch ist es gefühlvolle Gitarrenmusik, die von den vier Österreichern zum Besten gegeben wird. Das Spektrum reicht von nachdenklich-ruhigen Songs bis hin zu optimistischen Rockstücken – eine Bandbreite, die der Band gut steht und im Ganzen des Albums auch durchaus Sinn ergibt. Hervorzuheben ist bei den Songs auch der Piano-Einsatz, der hier immer wieder eine Besonderheit von mob ausmacht. Zwar ist und bleibt es vor allem die Gitarre (natürlich in Kombination mit der Stimme), die hier dominierend wirkt, aber vom Keyboard geht hier eine gewisse Markanz aus.

Ob nun mit Städtereferenzen oder ohne: mob haben mit Mich kriegt ihr nicht ein tolles Debüt erschaffen, das den Freunden deutschsprachiger Rockmusik im Indie-Bereich eigentlich sehr gefallen müsste.

MySpace: www.myspace.com/mobgruppe

Text: Marius Meyer