Rezensionen & Tonträger Marius, 28.01.2009
Moke - Shorland
Der erste Eindruck, als das Album das erste Mal begann und sich der Sound ins Ohr schraubte, war: Travis? Allerdings, bevor der Gesang einsetzte und auch so ziemlich nur im ersten Titel. Dennoch lässt sich hier ein Querverweis finden: Moke waren vor kurzem mit Keane auf Tour. Keane tourten auch einst mit Travis und auch diesen beiden Gruppen wurde gelegentlich eine klangliche Ähnlichkeit attestiert. Aber: Moke sind nicht Travis, Moke sind nicht Keane, Moke sind Moke. Und das beweisen sie auf Albumlänge auch ziemlich gut. Aber von vorne: Auch hier führt der Weg wieder auf die Insel. Modfather Paul Weller entdeckte die niederländische Band und nahm sie kurzerhand mit auf Tour. Ein guter Grundstein auf dem Weg zum Erfolg…
Tatsächlich. Auch wenn die Gruppe hierzulande noch nicht den großen Bekanntheitsgrad hat, muss man sagen, dass sie tatsächlich in Rekordzeit große Erfolge feiern konnten. Erfolge, für die nebenher auch hart gearbeitet wurde, die aber wohl auch mit dem großen Glück zusammenhängen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein. Touren mit Razorlight und The Kooks, der beste Alternative Rock Act bei den niederländischen 3FM Awards und die Wahl von Last Chance als offizieller Song zum Champions League-Finale können sich Moke bereits auf ihre Fahnen schreiben. Ob nun Arbeitserfolg, Glück oder beides: Hier liegt mal wieder eine Band vor, die es einfach verdient hat, vielfach gehört zu werden.
Trotz ihrer niederländischen Herkunft und der Frage, was es eigentlich heißt, typisch niederländisch zu klingen, kann man Moke attestieren: So recht niederländisch klingen sie eigentlich nicht. Eine Suche nach den Wurzeln zeigt: Sänger Felix Magann ist geboren in Belfast, hat also Wurzeln auf der Insel. Da liegt man auch schon näher an dem, wonach Moke klingen. Nämlich „very British“. Britisch anmutende Rockmusik wird uns hier präsentiert, intoniert mit viel Gefühl und einem gelegentlich wavigen Einschlag. Moke spielen genau den Indie-Sound, der derzeit den Nerv der Zeit zu treffen scheint, ohne dabei aber so zu klingen, als sei es intendiert, dem musikalischen Zeitgeist hinterherzulaufen. Es sind einfach nur der schmachtende Gitarrensound, das treibende Schlagzeug und der markant-eingängige Gesang von Sänger Felix Magann.
Wie bereits geschrieben: In den Niederlanden hatten Moke das Glück, das vielen erstklassigen Acts versagt bleibt. Sie wurden zur richtigen Zeit von den richtigen Leuten entdeckt. Dass das verdient war, beweisen sie mit Shorland auf Albumlänge in einem Spektrum von treibendem Indie-Gitarrenrock und nachdenklichen Momenten. Wenn sich ein ähnlicher Erfolg nun auch in hiesigen Gefilden einstellen sollte, so wäre das weder überraschend noch unverdient. Die Tour mit Keane dürfte da schon einmal ein wichtiger Schritt gewesen sein.
Homepage: www.mokemusic.com
MySpace: www.myspace.com/mokemusic

Text: Marius Meyer