Rezensionen & Tonträger Marius, 01.12.2011
Mud Mahaka – yes my friend but what is
Bandnamen können täuschen. Keine neue Feststellung, aber immer mal wieder am lebenden Objekt bewiesen. So zum Beispiel Mud Mahaka. Was martialisch im Namen klingt, zeigt sich auf einmal filigran im Sound. Die neue EP yes my friend but what is kombiniert nach Eigenaussage musikalische Freiheit mit der Anknüpfung an Poptraditionen. „Post-Pop“ könnte man es auch nennen. Wie es nun wirklich klingt, weiß man im Endeffekt aber erst, wenn man es sich selbst angehört hat. Dennoch sei an dieser Stelle einmal versucht, die fünf Songs der Leipziger Formation auf ihrer EP zu beschreiben, die sich sehr vielseitig präsentieren.
All Bridges als erster Song ist ein fragiles Konstrukt aus sehr dezenter Perkussion, Frequenzen und spärlich gesetzten Piano-Farbtupfern, die Ruhe und Harmonie ausstrahlen, dazu gefühlvoller Gesang. Das folgende Yes verbreitet da schon weitaus mehr Druck und hat einen pulsierenden Beat mit manchmal scheppernden Drums. Manchmal sind herangehensweisen aus freiem Jazz zu hören, sodass es auch nicht weiter verwundert, wenn die Band 2008 beim bundesweiten Jazz-Nachwuchsfestival vertreten war.
Weiter dann mit Reality, das den Begriff „Post-Pop“ auf deutliche Weise definieren kann. Denn Verschrobenheit und Verhangenheit treffen hier auf eine ersichtliche Songstruktur. Sehr repetetiv hingegen offenbart sich dann an vierter Stelle Beautiful, das Scheppern und ein Stakkato-Piano vereint. Eine gewisse Atonalität ist dabei nicht von der Hand zu weisen.
Der Titel mit dem wahnsinnigen Wortspiel Frohes Noize beendet dann auch schon die EP. Verhalten und mit wabernden Flächenklängen geht die EP zuende.
Es macht Spaß, den leider nur knapp 20 Minuten dieser EP zuzuhören, auch wenn sie alles andere als leichte Kost sind. Dennoch spricht es einen sehr an, was Mud Mahaka machen. Wer schon immer eine gute Definition von „Post-Pop“ hören wollte: Hier ist sie!
Homepage: www.mudmahaka.de
Facebook: www.facebook.com/mudmahaka
MySpace: www.myspace.com/mudmahaka

Text: Marius Meyer