Rezensionen & Tonträger Marius, 12.10.2005
Ostara – Immaculate Destruction
Dass Ostara sich kontinuierlich musikalisch neue Wege gebahnt haben, ist ja durch die letzten Werke bekannt. Obgleich die Folkwurzeln in keiner Weise verleugnet werden, begab man sich doch stets in andere musikalische Gefilde. Da sogar ein Sender wie RTL II auf seinen Seiten Ostara lobt, kann man wohl auch getrost sagen, dass die Musik massentauglicher geworden ist, was in diesem Fall glücklicherweise kein Qualitätsurteil darstellt. Weiterer Zugang zur größeren Masse ist auch der Wechsel von Eis & Licht (Trennung in gegenseitigem Einvernehmen mit guten Wünschen) zu Trisol gegeben.
Der Folk von Richard Leviathans Vorgängerprojekt mit dem umstrittenen Namen Strength Through Joy (bei dessen Erwähnung oft genug vergessen wurde, dass Leviathan jüdischer Herkunft ist, der außerdem viel zu oft für wüste Anschuldigungen herhalten musste) ist auf der neuen Ostara-Scheibe nicht in direkter Form zu finden und Hoffnungen darauf sollten wohl auch vergebens sein. Wie bereits erwähnt – die Wurzeln sind zwar da, aber Ostara haben inzwischen einen sehr eigenen Stil entwickelt. Mit Immaculate Destruction legen Ostara ein reifes Album vor, das überraschend hart eröffnet und im Opener eindeutigen Gothic Rock bietet – dabei aber stets mit ihrem individuellen Touch. Danach wird es ein wenig melancholischer: In Red Honey – einem definitiven Highlight des Albums – geht es beispielsweise ausschließlich um Liebe. Dieses Stück bietet einen guten Einblick ins facettenreiche Schaffen von Ostara. Es ist eingängig, treibend, beinah poppig und verleugnet dabei keineswegs die folkigen Wurzeln. Mit diesen Beschreibungen lässt sich das Album treffend charakterisieren. Rockige Stücke stehen neben ruhigen Balladen und eingängigen Stücken, die man mit „Folkrock“ charakterisieren könnte (jedoch nicht in dem Sinne, wie es bei Gruppen wie Fiddler’s Green anzutreffen wäre).
Wer den Folk der Band und des Vorgängerprojekts liebte, kommt auf der Bonus-CD voll auf seine Kosten. Neben alternativen Mixen stehen hier vor allem Akustik-Versionen der Stücke im Vordergrund, was besonders eindrucksvoll bei Red Honey und Feast of the Fall gelungen ist. Sie zeigen zum einen die Verbundenheit Leviathans zu seinen musikalischen Wurzeln und untermauern zum anderen auch die Vielseitigkeit der Formation. Abgerundet wird die Angelegenheit durch ein schickes DigiPak mit 24seitigem Booklet, das neben allen Texten in Englisch auch die deutsche Übersetzung enthält.
Wenige Formationen schaffen es, derlei Vielseitigkeit so gelungen unter einen Hut zu bekommen, dass sich ein harmonisches Gesamtbild ergibt. Bleibt zu hoffen, dass die Hörerschaft dies zu würdigen weiß!
Homepage: http://www.ostara.net

Text: Marius Meyer
31 Dec 2006, 12:15 pm 1.Cele…
Ich muss hier gleich zu Anfang zugeben das Ostaras musikalisches Highlight meiner persönlichen Meinung nach das “Secret Homeland” Album war und das ist ja nun einige Zeit her.
Ich gebe gerne zu, dass man sich danach musikalisch weiterentwickelt hat und gerade Richard Leviathan hat sich hörbar verbessert. (Was keine Kritik an seiner Stimme auf frühen Alben sein soll!)
Dennoch ist spätestens Immaculate Destruction meiner Ansicht nach höchstens ein Schritt hinein in die breite Masse.
Und wenn die Band denn lieber ein wenig wie 69-Eyes klingen möchte… Nun das können die pöhsen Jungs um Jyrki69 dann doch besser.
Ausser auf der 2. (Sehr schönen) Scheibe schimmern die Folkwurzeln kaum noch durch.
Die Texte sind nach wie vor großartig und an dem Können der Herren gibt es wenig zu meckern, aber ich würde mir sehr wünschen es gebe noch einmal eine Scheibe im Stil der alten Veröffentlichungen…
Oder ein Lied…