Wer 1Live hört, könnte Peter Maria schon kennen. Eventuell auch, ohne ihn zuordnen zu können. Auf der Jugendwelle des WDR parodiert er als der zwielichtige Plattenboss Tony Mono die Pop-Elite. Wer dort als Tony Mono mit verstellter Stimme erscheint und für Humoristisches sorgt, besitzt aber auch eine ganz andere Seite: Die des Musikers Peter Maria, der ernsthafte Musik schreibt und mit seiner eigenen Stimme etwas Eigenes schafft: Nämlich Popmusik ohne Pop-Attitüde, mit dem nötigen Ernst auf der einen, aber auch dem nötigen Charme auf der anderen Seite. Nachdenklich und doch zugänglich ist es, was Einfach, Zweifach dem Hörer bietet.

Einfach, zweifach. Einsamkeit, Zweisamkeit. Zwei Pole, die sehr nah aneinanderliegen und hier gerne thematisiert und von verschiedenen Seiten beleuchtet werden. „Du bei mir und ich bei Dir“ heißt es beispielsweise im Titeltrack zum Album. Oder auch ein Song wie One Year Stand, der auf sehr nachvollziehbare Weise thematisiert, wie man sich ein Jahr lang eine Beziehung einbilden kann, während man eigentlich doch nur nebeneinanderher legt. Unterlegt mit zugänglicher Popmusik, Saiteninstrumente – und: Gefühl! „Wir sind meistens zusammen alleine geblieben.“ Das klingt zwar nicht gerade positiv, dennoch schafft die Musik es, dennoch etwas Positives zu vermitteln.

Neben Saiten und Tasten wird auch immer mal mit Elektronik experimentiert: Plötzlich fängt das Leben an begegnet als elektronisch angehauchter Pop und erzählt eher gesprochen als gesungen eine surrreale Kurzgeschichte. Hier und da denkt man gerade in diesem Titel an Jochen Distelmeyer – und das ist auch oft nicht von der Hand zu weisen: Es entsteht der Eindruck, als seien die späteren Blumfeld – angefangen mit deren Old Nobody ein Einfluss von Peter Maria gewesen. Zielgruppenmäßig dürfte es hier auf jeden Fall eine Schnittmenge geben.

Wenn man nun von der Zielgruppen-Schnittmenge mit Herrn Distelmeyer ausgeht, so kann man das wohl auch auf die Wirkung von Einfach, Zweifach beziehen: Es gibt hier ernst gemeinte Popmusik, gekoppelt mit Schönheit. Und genau das ist etwas, was wohl immer polarisieren wird. Entweder man steht drauf, oder man kann nicht wirklich etwas damit anfangen. Sollte es gefallen, so ist die einzige Möglichkeit, dass eine leichte Langatmigkeit entsteht, bringt das Album es doch auf 76 Minuten. Aber das sollte man ja eigentlich in einem positiven Licht sehen: Platz optimal genutzt, und wenn es doch einmal langweilig wird, kann man ja immer noch skippen. Oder später weiter hören. Aber das ist eigentlich gar nicht nötig, passt hier doch alles gut zusammen und präsentiert sich in einem Guss.

Homepage: www.petermaria.de
MySpace: www.myspace.com/petermaria

Text: Marius Meyer