Predominant Lunatics - Thirteen Lost Souls Mal wieder etwas aus der Kategorie „Geheimtipp”. Die Predominant Lunatics sind eine Gruppe aus der Schweiz, die seit 2001 aktiv ist. 2004 erschien mit Hoping For Dusk ihr erstes Album, zu dem nun mit Thirteen Lost Souls der Nachfolger vorliegt. Das Album beinhaltet – wie sollte es bei dem Titel anders sein – 13 Titel, die sich inhaltlich um Themen wie Vergänglichkeit, Schicksal, Emotionen und Leidenschaft drehen. So nachdenklich, wie die Themenwahl klingt, gestaltet sich folglich auch die Musik. Mit Tony Harris (der unter anderem schon für R.E.M. und The Clash gemischt hat) an den Reglern erschuf die Band ein interessantes zweites Album.
Moll-Pop. So die Bezeichnung, die sich die Band für ihre Musik gewählt hat. Eine Bezeichnung, die sehr treffend gewählt wurde, denn tatsächlich trifft hier Traurigkeit in Moll auf Melodien mit Pop-Appeal, ohne sich dabei in zeitgemäße Trends einordnen zu wollen oder mit irgendwelchen Klischees zu kokettieren. Unverkennbarer Einfluss ist die düstere Seite der Musik der 80er Jahre, Gruppen wie The Cure und die Sisters of Mercy, aber auch ein Klang modernerer Formationen wie Madrugada spricht aus den Stücken. Aber: All dies sind nur Einflüsse, die von den Predominant Lunatics in ihr authentisches Gewand von Moll-Pop transponiert werden.
Traurige Klänge in Moll, dunkle Melodieverläufe getränkt mit Melancholie, aber dennoch keine absolute Hoffnungslosigkeit begegnen in den Stücken auf Thirteen Lost Souls. Im Mittelpunkt steht das Gefühl, das mit dieser Musik angesprochen werden soll, das bereits durch die Anzahl der Stücke symbolisiert wird: „13 – ungerade, unteilbar, manchmal unheimlich, aber immer emotional geladen“, so Frank Lenggenhager vom Label, der mit dieser Beschreibung nicht nur die Zahlensymbolik, sondern auch den Klang der Gruppe gut charakterisiert. Es hat einen leicht verschrobenen Touch, ist dabei aber doch melodiös. Weitestgehend ist es die Melancholie, die aus den Stücken spricht, dabei aber stets einen Restfunken Optimismus hindurchschimmern lässt, um gelegentlich auch einmal der Wut freien Lauf zu lassen, danach aber genau so schnell wieder in die Untiefen der menschlichen Seele zu versinken.

Über 54 Minuten gibt die Gruppe den Hörern ein Album, das es dem Hörer nicht immer nur einfach macht. Das Album braucht seine Zeit, viele Details wie auch das zu vermittelnde Gefühl entfalten sich erst nach mehreren Hördurchgängen. Diese aber lohnen sich, denn wenn die Musik sich erst einmal in ihrer Gänze entfaltet hat, vermag sie es, den Hörer zu packen und in die Welt der Predominant Lunatics zu entführen. Bleibt zu hoffen, dass die Gruppe mit Thirteen Lost Souls die Aufmerksamkeit bekommen wird, die ihr zusteht.

Homepage: www.predominantlunatics.com
MySpace: www.myspace.com/predominantlunatics

Predominant Lunatics - Thirteen Lost Souls

Text: Marius Meyer