„Leute! Der Battlemönch will es wieder wissen.” So verkündet es die offizielle Ankündigung zum Album. Und allein bei dieser Selbstbezeichnung merkt man: Hier trifft man auf etwas sehr eigenes, wenn nicht gar eigenartiges. Nun wagt Rainer von Vielen den ganz großen Sprung und veröffentlicht sein neues Album auf Motor Music. Musikalisch ist das zwar am ehesten noch irgendwie HipHop, eigentlich aber schwer festzumachen, denn der Künstler zeigt sich genau so vielseitig wie in der Vergangenheit schon, was nicht weiter verwundert, bedenkt man, dass er bereits mit so unterschiedlichen Künstlern wie Anne Clark und And.Ypsilon von den Fantastischen Vier zusammengearbeitet hat.

Wenn man nun von HipHop redet, sollte man das vielleicht ganz schnell noch einmal relativieren: Die Gemeinsamkeit mit besagter Musikrichtung ist vor allem die, dass hier Sprechgesang in deutscher Sprache vorliegt. Ansonsten bewegt sich die Musik oft ziemlich weit entfernt von den gängigen Assoziationen mit besagter Musiksparte. Schon ein Titel wie Plan X beweist dies auf anschauliche (bzw. anhörliche) Weise: Statt Klängen aus der Konserve begegnet ein treibendes Schlagzeug und groovende Bassläufe, so dass hier eine Art Rockflair entstehen kann, über das auch die Scratches von Gast And.Ypsilon nicht hinwegtäuschen können.

„Ich rebelliere wo ich nur kann“ ist eine Aussage aus dem soeben angesprochenen Plan X, kurz darauf wird im Tanz der Revolution dann auch schon die Revolution getanzt. Und rebelliert wird hier vor allem gegen eines: Gegen die musikalische Konvention. Daher ist es nur allzu passend, dass mit Der Gedanke an Dich im weiteren Verlauf sogar noch eine lupenreine Liebesballade auf dem Werk vorzufinden ist. Hier und auch an anderen Stellen fällt auf, dass bei den Texten durchaus auf Tiefgang Wert gelegt wurde, was vor allem eine Zeile wie „Freiheit ist der Abstand zwischen Jäger und Gejagtem“ zeigen kann.

Insgesamt ist Rainer von Vielen ein innovatives und zugleich auch vielseitiges Album geglückt, das sich sehen (bzw. hören) lassen kann. Allerdings: Auch wenn der Bereich HipHop hier eher gestreift wird, zumindest den Hauch einer Ader für diese Art von Musik sollte man haben – allerdings werden sämtliche Konventionen hier in der Hinsicht über Bord geworfen und Rainer von Vielen beweist ein gesundes Maß an Selbstironie. Genau das ist es, was das Album sympathisch und angenehm macht. Kauzig, aber sympathisch!

Homepage: www.rainervonvielen.de
MySpace: www.myspace.com/vonvielen

Text: Marius Meyer