Rezensionen & Tonträger Tristan, 11.04.2011
Ravenscry – One way out
Wie irritierend es doch ist, erst mal zu glauben, man hätte die ganze Zeit von einer Band gar nichts mitbekommen, nur um dann zu merken: Wie denn auch? So ein Fall ist Ravenscry aus Italien und hat man von der Band nichts gehört, mag es einem wie mir gehen. Anders hätte es auch nicht sein können: Denn die Italiener veröffentlichen mit One way out gerade erst ihr Debüt-Album, das allerdings schon eindrucksvoll zeigt, was man so alles drauf hat, vor allem wenn man sich in einem Genre bewegt, das eigentlich immer wieder den Eindruck erweckt, es könne da eh nicht mehr viel kommen, besonders wenn man eine weibliche Opernstimme hat und sich im Bereich des Gothic Metals bewegt.
Da wundert es natürlich auch nicht, dass man sich zwar in den Fußstapfen von Bands wie Nightwish und Evanescence bewegt, aber schafft es auf angenehme Weise, unkitschig zu wirken, vor allem weil man sich mit Keyboard-Orchestern usw. angenehm zurückhält. Stattdessen gibt es meist härteres Riffing, das – hätte man keine Opernstimme – auch aus härteren Metalgefilden hätte stammen können. Lediglich bei dem dreiteiligen Redemption geht es dann wirklich Richtung Oper, denn wenn Klavier und Streicher auftauchen, wird man erst dann daran erinnert, dass man es hier eigentlich mit einem Metal-Album zu tun hat, sobald die E-Gitarren sich nochmal melden. Das darauf folgende Journey zeigt sich dagegen dann von einer sehr rockigen Seite. Während man sich zu Beginn des Albums wie bei Nobody doch noch verletzlich zeigt, wird der Eindruck während des Albums somit immer mehr relativiert.
Doch nochmal aus dem Gothic Metal etwas rauszuholen und gleichzeitig noch wiedererkennbar zu klingen, ist nicht sonderlich leicht, aber Ravenscry schaffen es! Ein Debüt-Album, das man so selten zu Gehört bekommt. Wer mit der Richtung was anfangen kann, wird jedenfalls seine helle Freude haben.
Homepage: www.ravenscryband.com
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MySpace: www.myspace.com/ravenscryband

Text: Tristan Osterfeld