Rezensionen & Tonträger Marius, 30.03.2008
Rolling Stones – Shine A Light
Im Herbst 2006 unterbrachen die Rolling Stones ihre Stadion-Tournee, um mit einigen Freunden im Beacon Theatre in New York mit einigen Freunden ein Konzert zu geben, das später die Grundlage bildete für Martin Scorseses Konzertfilm Shine A Light bilden sollte. Ein Konzertfilm, der nebst eingebauten Interviewsplittern und Szenen vom Drumherum des Konzerts vor allem das Konzert selbst in den Mittelpunkt stellt. Keine Frage also: Hier muss ein Soundtrack her! Parallel zum Kinostart ist dieser im Handel erhältlich und enthält die gesamte Konzertaufnahme auf zwei CDs, die neben dem authentischen Stones-Sound auch drei interessante Gastauftritte beinhalten.
Zum Großteil der CD gibt es prinzipiell nicht viel zu sagen, sind die Rolling Stones schließlich musikalisch gleichermaßen Allgemeinbildung wie auch Kulturgut und unverwüstlich. So gibt es auf den beiden CDs typischen Stones-Sound: Raue Rockmusik mit eingängigem Gitarrensound, treibendem Schlagzeug und dem markanten Mick Jaggers. Von der Songauswahl her ein Querschnitt durch das Schaffen der Stones, wo natürlich anlässlich des gewählten Rahmens die großen Hits nicht fehlen dürfen. Nachdem mit Jumpin’ Jack Flash gleich ein Welthit die Reihe eröffnet, folgen im Verlauf eine ganze Menge weiterer Kracher. As Tears Go By, Tumbling Dice, (I Can’t Get No) Satisfaction, Sympathy For The Devil, Paint It Black und wie sie alle heißen bleiben da selbstverständlich nicht aus. Alles atmet authentischen Stones-Sound.
Interessanter, als weiterhin das zu beschreiben, was sowieso jeder kennt, ist es, mal einen Blick auf die drei Gastauftritte zu werfen… Dort ist als erstes Jack White an der Reihe, mit den White Stripes inzwischen zur festen Indie-Größe geworden, der gemeinsam mit dem Rock-Giganten Loving Cup intoniert. Ein gelungenes Stück Rockmusik im mittleren Tempobereich, bei dem die Stimmen Jaggers und Whites gut harmonieren. Als nächster Gast dann eine ganz andere Liga: Buddy Guy, seines Zeichens sowohl im Blues als auch im Rock Mitglied der Hall Of Fame, der Champagne & Reefer gemeinsam mit den Stones zum Besten gibt. Ein groovendes Stück, das eher Blues als Rock ist, maßgeblich geprägt von Buddy Guys rauer Blues-Stimme und der Mundharmonika. Auf der zweiten CD dann folgt ein gänzlich anderer Gastauftritt: Christina Aguilera. Man mag sich wundern, was diese Frau bei einem Stones-Konzert treiben mag, aber löst man den in diesem Kontext verwunderlichen Namen mal von der Leistung los, so fällt auf: Der weibliche Konterpart zu Mick Jagger beim schnellen Live With Me rockt tatsächlich. Ein gelungenes Stück, das mehr bietet, als man beim bloßen Lesen vermuten mag.
Gut… Dies ist sicherlich nicht die erste Live-CD der Rolling Stones und auch bei weitem nicht ihre erste Best Of. Dennoch ist es eine durchaus gelungene Veröffentlichung geworden, für die neben den interessanten Gastauftritten auch der wirklich brilliante Live-Klang verantwortlich ist, der das Konzertfeeling unmittelbar ins Wohnzimmer zu zerren versucht. Für Stones-Liebhaber ist diese CD zwar vermutlich am ehesten eine Sammlungsvervollständigung, aber sie ist dabei wirklich gut hörbar. Und auch wenn es Live-CDs und Best Ofs schon vielfach gibt: Hier liegt eine wirklich gute Zusammenstellung vor, die beides kombiniert. Gefällt!
Homepage: www.rollingstones.com
MySpace: www.myspace.com/therollingstones

Text: Marius Meyer