Rezensionen & Tonträger Lisa, 18.06.2009
Rome – To Die Among Strangers
Kurz vor dem Erscheinen ihres neuen Albums machen Rome ihren Fans den Mund wässrig: Sie veröffentlichen eine streng auf 999 Stück limitierte EP, die es in sich hat. To Die Among Strangers gibt einen kleinen Einblick in das Schaffen der Musiker, die sich, wie sie beweisen, keinesfalls starr auf ein Genre festlegen lassen. Die EP zeigt die Experimentierfreude der Band, die auch nach mehreren packenden Alben noch nicht müde geworden zu sein scheint: Folkige Einflüsse treffen auf elektronische Experimentierfreude. Darüber schweben der Wille zu verspielt-verschachtelten Melodien und die dunkle, melancholische Stimme Jerome Reuters.
Vier Songs veröffentlichen Rome auf To Die Among Strangers. Auch wenn sie überwiegend ruhig und (Akustik-)gitarrenlastig ausfallen, stellt die CD einen regelrechten Hörgenuss dar. Die dunkle, schwermütige Stimme von Jerome Reuter tritt hin und wieder zugunsten verspielter Melodien in den Hintergrund. Auch nach mehrmaligem Hören lässt sich immer wieder etwas Neues entdecken. Besonders sticht das melancholische Geigenspiel im Titeltrack To Die Among Strangers heraus. Textlich scheint immer wieder die kritische Haltung dem System gegenüber durch, die allerdings nicht wütend geäußert wird, sondern zur Melodie passend sehr ruhig.
Besonders der Ambient-Track Mourir a Madrid ist gutes Beispiel für den eher ungewöhnlichen Umgang mit Samples, den Rome praktizieren. Der fast Zehn Minuten dauernde Song besteht zu einem Großteil aus einem gesampleten Text und militärisch anmutender Musik, die auch gesamplet scheint und den Hörer nur gedämpft erreicht. Dieser eher an elektronische Experimentalmusik erinnernde Track ist der „Ausreißer“ der an sich folkigen Scheibe, ist allerdings sehr atmosphärisch und hinterlässt ein beunruhigendes Gefühl, besonders, wenn man auf den gesampleten Text achtet.
Neben diesen Songs gibt es zwei Remixes der früheren Hits Reversion und Wir Götter der Stadt, beide sehr gut gelungen.
Allein weil die EP streng limitiert ist, sollten Fans sich To Die Among Strangers nicht entgehen lassen. Die Zusammenstellung der verschiedenartigen Tracks zeigt außerdem eindrucksvoll die Experimentierfreude einer Folkband, die auch vor Anleihen aus dem elektronischen Raum nicht zurückschreckt. Insgesamt ist die EP eine gute Einstimmung auf das kommende Album.
Homepage: www.romepage.eu
MySpace: www.myspace.com/romecmi

Text: Lisa Kleinberger