Rezensionen & Tonträger Marius, 28.08.2006
Rose Rovine e Amanti – Rituale Romanum
Bei Rose Rovine e Amanti handelt es sich um das Projekt des in Rom ansässigen Damiano Mercuri, dem nach bisher zwei veröffentlichten CD-Rs und einer Single vor allem vor einer Weile durch die Kollaboration mit den inzwischen aufgelösten Belborn auf Grain etwas mehr Aufmerksamkeit zuteil wurde. Auf dem nun erschienenen ersten offiziellen Vollzeittonträger präsentiert sich die Gruppe um Damiano Mercuri als eine recht ausgereifte Formation im musikalischen Spannungsfeld zwischen Neofolk und Neoklassik.
Eröffnet wird die Scheibe von einem Spannung aufbauenden Intro mit gezupften Gitarrenharmonien und beschwörendem Gesang im Chorstil. Die sich langsam aufbauende Atmosphäre wird auch im Folgetitel Perso nel cuore di una foreste nella nera Germania (nature is the profume of grace) fortgeführt, der sich langsam aufbaut und ruhigen, italienischen Neofolk liefert und dabei die Spannung weiterhin steigert, bis nach etwa zwei Dritteln mit einem Gongschlag die Trommeln einsetzen und dem Tonträger einen treibenderen Charakter verleihen. Diese beiden Aspekte charakterisieren gut die beiden Pole, zwischen denen sich Rituale Romanum bewegt: Die ruhigeren, atmosphärischen Stücke auf der einen und die druckvolleren, treibenden Stücke auf der anderen Seite.
Ein Stück wie Dersu Uzala (Acqua, Fuoco, Vento) (A Complex Fashion For A Simple Man) repräsentiert gut die zuletzt genannte Art von Stücken. Druckvoll geschlagene Trommeln, eine Akkorde spielende Akustikgitarre und dazu die vielseitige Stimme von Damiano Mercuri. Treibend und dabei eingängig gespielt mit einem leichten Hauch von Dramatik erinnert das Stück teils an jene Bands, die den Neofolk mit als erstes für sich entdeckten.
Stücke wie Angels Always Stand For Us (Don’t Be Afraid!) hingegen zeigen die ruhige Seite von Rose Rovine e Amanti auf. Die Gitarre ist hier eingangs gezupft, die Trommeln wurden weggelassen und vor allem die Violine sorgt für Schönheit in diesem Stück. Die traurige Schönheit des Stückes steigert sich gegen Ende weiter, wenn die Gitarre beginnt, Akkorde zu spielen.
Eine Zwischenstellung nimmt der Titel Soldato Cristiano (let us pray in silence) ein, der ruhigere Strophen mit einem treibenden Chorus vereint und im Gegensatz zu vielen anderen Stücken der Scheibe phasenweise sogar relativ optimistisch und stellenweise hymnisch wirkt. Das Stück ist übrigens unter Mitwirkung eines gewissen Josef K. entstanden, der nicht den einzigen Gast auf Rituale Romanum darstellt: Im Stück Famiglia! darf man die beispielsweise Stimmen der bereits eingangs erwähnten Belborn vernehmen.
Auch wenn in einigen Stücken gelegentlich etwas zuviel Pathos mitschwingt, ist der italienischen Gruppierung ein durchaus gelungenes offizielles Albumdebüt geglückt, das auf weitere zukünftige Taten hoffen lässt. Ärgerlich ist lediglich, dass zwischen dem vierten und dem fünften Stück die Trennung fehlt, so dass diese beiden Stücke auf der CD als ein Titel zu finden sind, wodurch die Titelangaben auf der Rückseite des Albums falsch werden. Aber aus Fehlern lernt man schließlich, die Band selber kann nichts dafür und den weitestgehend gelungenen Klängen des Albums tut dies keinen Abbruch!
Homepage: www.roserovineamanti.com

Text: Marius Meyer