Zugegeben: Diese CD ist nun schon einige Wochen auf dem Markt. Manchmal bedarf es jedoch eines positiven Konzerterlebnisses, um so recht auf einen hochwertigen Tonträger gestoßen zu werden. So auch im Falle von Saltatio Mortis aktuellem Werk. Aus der Asche sorgte nach seiner Veröffentlichung für einige Überraschung, als es auf einmal auf Platz 29 in die Media Control Charts einstieg. Ein großer Erfolg für die acht Spielmannen, der allerdings durchaus berechtigt erscheint, wenn man sozusagen rückblickend das Album als Erfolgsfaktor einmal analysiert. Denn dieses beweist, dass auch auf dem siebten Album nach sieben Jahren durchaus mehr als nur Routine herrscht.

Mit Spielmannsschwur – dem zweiten Titel auf der CD – zeigen Saltatio Mortis bereits repräsentativ eindeutig, worum es ihnen in und mit ihrer Musik geht. „Wir sind wie der Wind // Man sperrt uns nicht ein // wild und frei // so wollen wir sein“ skandieren die Spielleute und untermauern dies mit einer treibenden Hymne, die auch in Oktett-Besetzung nicht aufdringlich, sondern feinfühlig ausbalanciert wirkt. Eine treibende Hymne Rockmusik mittelalterlichen Einschlags mit einem guten Verhältnis von E-Gitarre und Dudelsack. Und so geht es auch weiter: Wenn es in Uns gehört die Welt heißt „Euch gehört ein Sack voll Gold // Doch uns gehört die Welt“, dann kommt das nicht von ungefähr und hat inhaltlich bereits gut den Rahmen dessen abgesteckt, was Saltatio Mortis ausmacht.

Wer die MySpace-Seite von Saltatio Mortis sucht, findet sie unter dem Begriff „Mittelalterpunk“ – auch dies kommt nicht von ungefähr, wie man auch diesem Album anhört. Zwar beherrschen Saltatio Mortis ihr Handwerk und gehen gekonnt ans Werk, dennoch befindet sich in ihrer Musik auch auf Aus der Asche eine ungezähmte, unbändige Komponente. Koma zeigt dies eindrucksvoll: Die Strophen haben einen aggressiven Grundton, der mit seiner Rauheit Aufgestautes rauslässt, während der Chorus wiederum einen hymnischen Charakter aufweist. Gefühl ist also gleichermaßen vorhanden. Und ebendieses rückt auch gelegentlich mal komplett in den Vordergrund, wenn man ruhige Balladen betrachtet im Stile von Irgendwo in meinem Geiste oder dem traurigen Ende programmatischen Nichts bleibt mehr.

Es ist erfreulich zu hören, wie eine Gruppe gerade in diesem Genre nach so vielen Jahren trotz gewachsener Professionalität nach wie vor soviel Spielfreunde und Spaß an der Sache aufweisen kann. Saltatio Mortis gehen ihren Weg und präsentieren dabei ein vielseitiges siebtes Werk, das weder der Rockmusik noch dem Mittelalter unrecht tut und dabei eingeht und dazu sogar Spaß macht. Wie schön, dass auch vermeintlich ausgelatschte Genres solche Perlen hervorbringen können. Wollen wir hoffen, dass Saltatio Mortis ihrer Linie weiterhin treu bleiben. Und soviel persönlicher Kommentar sei erlaubt: Ein Album, das ich in seiner Gelungenheit zu Unrecht bisher vollkommen unterschätzt habe.

Homepage: www.saltatio-mortis.com
MySpace: www.myspace.com/mittelalterpunk

Text: Marius Meyer