Rezensionen & Tonträger Tristan, 17.12.2007
Sangre Cavallum – Veleno de Teixo
Was ist denn da los? So viel Gerassel und so viel Tempo war man von Sangre Cavallum aber nicht gewöhnt. Bedenkt man, wie gemächlich und atmosphärisch der Vörgänger Patria Granitica daherkam und durch sich langsam aufbauende und atmosphärische Lieder überzeugte, kommt der Nachfolger Veleno de Teixo mit einer Lebhaftigkeit, Kraft und Dynamik daher, dass es einen beinahe von den Socken reißt. Dazu ist noch ein neuer Sänger zu hören. Viel Neues gibt es also von Sangre Cavallum zu hören – aber bedeutet das gleichzeitig auch viel Gutes?
Gutes ja, die Frage ob es besser ist oder schlechter, ist nicht so einfach zu beantworten. Vor allen Dingen ist es schlichtweg anders als das, was man von der Band bislang gewöhnt war: Archaische Trommeln kennt man ja von den Portugiesen, diesmal sorgen aber auch Kriegstrommeln für einen eher martialischen Klang und die traditionellen Instrumente (Flöten, Dudelsäcke, Drehorgeln…) werden schneller gespielt. Der neue Sänger ist zwar zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, überzeugt aber sehr schnell.
Thema des Albums sind die Mutterkulte auf vorchristlicher Zeit und der Titel bedeutet auf Deutsch „Eibengift“. Im Booklet finden sich Anmerkungen dazu in englischer und portugiesischer Sprache. Die 16 Lieder sind insgesamt etwas länger als eine Stunde.
Ein wirklich spannendes Album haben Sangre Cavallum geschaffen, das vor Selbstbewusstsein strotzt, allerdings einige alte Hörgewohnheiten über Bord wirft. Es ist weniger als Hintergrundmusik geeignet, aber dafür animiert es zum Mitwippen und ist wie die Vorgänger schön abwechslungsreich. Auf jeden Fall empfehlenswert!
Homepage: www.sangrecavallum.com
MySpace: www.myspace.com/sangrecavallum

Text: Tristan Osterfeld