Scenario Rock, das klingt nach einem interessanten Szenario. Und tatsächlich ist es eher ein Szenario, als eine letztgültige Beschreibung der Musik besagter Formation aus den Vororten von Paris. Denn Rock ist nur ein Bestandteil, der prägend ist für das, was die Gruppe auf Histrionics zum Besten gibt. Hinzu kommen Einflüsse aus New Wave und anderer elektronischer Strömungen. Neben den vordergründig agierenden Mehdi Pinson und Ludovic Therrault stehen auch noch eine Menge von Kollaborateuren mit hinter dem Album, so beispielsweise DJ Pone, Koool G Murder, Alfredo Ortiz und so einige mehr. In dieser Besetzung entstand ein zwar irgendwie lockeres, dennoch aber auch sehr zielstrebiges Album.

Die grundlegende musikalische Ausrichtung ist der Rock, was schon allein die mitwirkenden und dominierenden Instrumente Gitarre, Bass und Schlagzeug zeigen, oft ergänzt durch Keyboards/Synthesizer. In dieser Besetzung steht eine lockere Variante von Indie-Rock, teilweise an der Grenze zum Pop, aber ohne irgendeine gewollte Anbiederung. Scenario Rock spielen ihre Musik einfach nur so, wie sie ihnen gefällt – Gefühl und Spielfreude sind dabei gleichermaßen herauszuhören. Was dabei immer wieder auffällt, ist ein sehr groovender Grundcharakter in den Stücken sowie sehr eingängige Hooklines, die gerne mal für Ohrwurmcharakter sorgen.

Bei allem Indie-Rock ist aber dennoch auch die elektronische Prägung herauszuhören. Und diese klingt eindeutig nach ihrer französischen Herkunft. Kennt man Frankreich für French House und weiteren Elektro, so ist diese Prägung auch hier in der Musik vorzufinden. Als Referenztitel für diese Prägung ließe sich beispielsweise If I Ever Feel Better von Phoenix anführen, der ein prominentes Beispiel für das gibt, wie auch Scenario Rock ihre Musik in Stücken wie Son Of A Morrocan gestalten. Synthetische, aber doch eingängig wirkende Klangsphären sind es, die Stücken wie dem besagten Titel zugrunde liegen, durch die rock-typische Instrumentierung wie die deutlich hörbaren Gitarren aber doch klar zeigen, dass die Grundtendenz eher in ebendiese Richtung geht. Ein Rock-Szenario eben.

Wer deutlichere elektronische Klänge sucht, findet diese auf der beiliegenden Remix-CD, die noch einmal sieben weitere Stücke enthält, die sehr elektronisch und tanzflächenlastig ausfallen. Darunter auch die bereits vorab veröffentlichte Single Skitzo Dancer im Remix von Justice, die große Fans von Scenario Rock sind. Mit all diesen Stücken und Prägungen ist Scenario Rock ein Album gelungen, das eingängig und tanzbar ist und sowohl dem geneigten Indie-Hörer als auch dem Freund des elektronischen Einschlags gefallen könnte. Und ganz nebenbei machen die locker anmutenden Klänge auch Lust auf höhere Temperaturen… Gelungen!

Homepage: www.scenariorock.com
MySpace: www.myspace.com/scenariorock

Text: Marius Meyer