Da fällt mir nur ein Wort zu ein: Unterirdisch! Aber ausnahmsweise ist dieses Wort positiv gemeint. Denn genau dort wird man auf There is a fountain filled with blood hingeführt – ins Unterirdische. Abtauchen in den von Blut triefenden Brunnen heißt es also. Und nein: Hier haben wir es nicht mit irgendeinem Vertreter des Krach-Metals zu tun. Für den Titel ungewöhnlich streift Simulacra durch die Welten des Dark Ambients. Hauptmotiv ist dabei der blutgefüllte Brunnen als ein Symbol für den Tod, was dann wiederum ganz genre-typisch passt, streift man ja hier durch Welten, an denen der Tod an jeder Ecke wartet.

Die düsteren Drones und Soundscapes sorgen dabei in den fünf überlangen Stücken für ein immerpräsentes bedrohliches Gefühl im Hinterkopf: Düstere Wolken am Horizont, das Absteigen in finstere Welten voller Verzweiflung. Das kommt auf There is a fountain filled with blood sehr gut rüber, was auch letztendlich an der glasklaren Produktion der Scheibe liegt. Sehr gelungener atmosphärischer Ambient, bei dem die einzelnen Stücke sich allerdings nur wenig voneinander unterscheiden.

Ein anderes Problem ist, dass man andauernd das Gefühl hat, das ganze schon mal irgendwo gehört zu haben. Etwas, das typisch für Simulacra ist, was man wieder erkennt, fehlt einfach. Schlecht ist das Album darum noch lange nicht, aber eigentlich nur Dark Ambient-Fanatikern zu empfehlen, die nie genug kriegen können. Aber das kann sich in naher Zukunft ändern. Bleibt nur zu hoffen, dass es sich das auch tut.

MySpace: www.myspace.com/simulacravoid

Text: Tristan Osterfeld