Um es auf eine einfache Formel zu bringen: Snog dürfte für Ant-Zen in etwa das sein, was Maximo Park für Warp Records darstellen. Nämlich ein ziemlich unüblicher Act. Mit dem Unterschied, dass der Name Maximo Park einem wesentlich geläufiger ist und man vorher weiß, was man sich da zur Rezension herangeholt hat. Ist Warp als Elektro-Label bekannt, so ist es bei Ant-Zen ja auch eher so, dass man für verschrobenen Elektro mit Schwerpunkten bei Industrial und Ambient bekannt ist. Umso überraschender kommt dann eine CD wie Last Of The Great Romantics daher, die so recht weder das eine noch das andere darstellen will, sondern vor allem ein Rock-Album ist. Wenn auch ein eigenwilliges.

So erwischte ich mich beim Opener We’re All In This Together erst einmal dabei, wie ich noch einmal in die Playlist schaute, um mich zu vergewissern, dass das wirklich Snog sind, die da gerade laufen. Denn tatsächlich begegnet hier ein treibendes Stück Rock-Musik mit Indie-Faktor, melancholischem und Hall-Effekten. Und tatsächlich: Wir haben es hier tatsächlich mit einem vielseitigen Gitarren-Album zu tun, das vielfältige Arten der Umsetzung zeigt. Wargasm beispielsweise geht das Ganze mit deutlich mehr elektronischen Einsprengseln an und wirkt auch im Gesang weitaus finsterer. Big Black Hole hingegen wirkt im Chorus beinah metallisch.

Obgleich es hier ein ziemlich prototypisches Gitarren-Album ist, so sind doch einige für Ant-Zen typische Konstanten dabei, die hier auftauchen. Einige ambient anmutende Passagen in den Stücken sind genau so anzutreffen wie industrial-nahe Härten auf dem Album. Und auch die teilweise begegnende Vertracktheit der Arrangements ist nur zu passend. Dennoch: Von einem Album für das typische Ant-Zen-Publikum kann man hier nicht sprechen. Eher ist es vor allem ein Album für diejenigen, die gerne Gitarren-Bands hören, die sich weg von ausgelatschten Indie-Pfaden bewegen und den Mut haben, mal etwas Neues auszuprobieren. Wer Acts wie Health mag, wird sicherlich auch an Snog seine Freude haben!

MySpace: www.myspace.com/snogtheband

Text: Marius Meyer