Rezensionen & Tonträger Katrin, 06.10.2006
Sunrise Avenue – On the way to wonderland
Was hat mich dazu nur getrieben? Der Mangel an neuer Musik in meinem CD-Regal? Der Drang, endlich mal mit dem Strom zu fließen? Was auch immer es war, ich habe mir On the way to wonderland von Sunrise Avenue geholt. Ja genau. Kommt auf VIVA und so und eigentlich nicht in meine CD Sammlung. Aber jetzt ist sie da und spielt sich in meine Ohren. Und das nicht mal schlecht. Nicht die stereotypische Musik, die man von ein paar Finnen erwartet. HIM, The Rasmus oder gar Lordi sind hier ganz und gar nicht zu erwarten. Eher Bon Jovi und dieser amerikanische rockangehauchte Pop. Im Falle von Sunrise Ave eher popangehauchter Rock, mit der Begründung, dass Rock charttauglich gemacht werden muss.
Erstaunlich ist schon mal die Betrachtung der Songliste: 15 Lieder. Für heutige Zeiten bin ich positiv überrascht. Normalerweise bezahlt man für 10 Songs schon mehr. Aber bevor das Lob losgeht, erstmal anhören.
Choose to be me – netter Titel und es geht los mit Gitarre! Das hätte ich so gar nicht erwartet. Dynamisch ist’s, hat antreibende Drums, ist melodisch. Hört sich an wie Musik, die ich gerne höre.
Und so zieht sich das mehr oder minder die nächsten Lieder durch. Mal ein bisschen düsterer, aber noch lange nicht „typisch finnisch“ und mal wie die Foo Fighters. Dann natürlich Fairytale gone bad, eine der Singles des Sommers. Und mal ehrlich, irgendwie geht einem das Lied eine Weile nicht mehr aus dem Kopf. Kann also nicht schlecht sein.
Und es geht weiter: gitarrenlastig, rhythmisch, melodisch, Tempowechsel während der Songs und auch mal balladesk.
Ob schrammelig oder ruhig, die Stärke der Band findet sich definitiv in den Melodien. Head of band Samu Haber ist nicht nur des Gitarre Spielens mächtig, sondern auch des Songschreibens. Der Großteil der Lieder geht auf seine Kappe und die darf er auch stolz präsentieren. So ist Heal me melodisch an vorderster Front und das obwohl hier der Ruhepol gewinnt. Ebenso bei Into the blue und ach, ist einfach schön. Ja, die Welt lasse ich gerne hinter mir. Vor allem mit guter Musik im Schlepptau.
Aber man wollte ja eine poppige Rockband sein und deswegen geht’s melodisch weiter. Oder wie der Thesaurus sagen würde: wohlklingend, klangvoll, melodiös, wohllautend. Ja genau, besser kann es gar nicht beschrieben werden. Vor allem Romeo hat es mir angetan. Bin überzeugt: Jungs, ihr seid toll.
Und bevor das Lob weitergeht, nächster Punkt: Text.
Text ist ja immer so eine Sache. Kitschige Texte sind der fantastischen Motown Music vorbehalten. Und bei Sunrise Ave gibt’s weder Motown noch kitschigen Text. Nett eingepackte Emotionen, ein winziges bisschen Weltschmerz dazugemischt und ehrlich ist’s auch. Doch nicht zu vergessen bleibt die Bestätigung des Bandnamens. Nur manchmal denkt man sich doch: „Leute, ihr wollt rocken. Ihr kommt aus Finnland. So was schreiben und singen Finnen nicht!“ Daran zeigt sich aber, dass die Vier eben nicht dem typischen Bild des musikalischen Finnen entsprechen. Hier wird halt auch mal sonnig musiziert und auch drüber geschrieben. Wer soll sich da beschweren, wenn man das Gefühl hat, dass die Jungs bei den Aufnahmen unglaublichen Spaß hatten (und in Finnland ist Alkohol ganz schön teuer, kann also nicht am Trunkenheitsstatus gelegen haben). Und der Hörer hat auch Spaß.
Generell kann man sich über das Album nicht beschweren. Sicher hätte das Album auch mit weniger als 15 Songs überleben können, aber auch die paar Schwachstellen (ja, ein Paar – nämlich zwei) sind Teil des roten Fadens, den man auf der Platte folgen darf.
Am Ende bleibt nur zu sagen, dass Sunrise Ave Potential haben. Und zwar in beide Richtungen. Bleibt abzuwarten, welchen Weg sie einschlagen und ob ihr Management sie auf die „Teenies-als-Zielgruppe-sind-viel-profitabler“ Schiene schicken wollen. Hoffentlich nicht. Und nach dem Album kann man neben dem nächsten Album (huh? Das hier kam doch von August, also Wartezeit einplanen) auch auf die live Künste gespannt sein. Da sie angeblich Arsch-abrocken gewohnt sind, wird das wohl ein Spaß. Das Album ist auf jeden Fall ein Spaß und ich schäme mich auch nicht, diese Platte mein nennen zu können. Ich glaub, ich hör es gleich noch mal.
Homepage: www.sunriseavenue.de

Text: Katrin Gruhl
28 Nov 2006, 1:39 pm 1.Sunrise…
DEin komentar zu den jungs ist der hammer … ich weiß ja nicht was du für musik normal hörst aber ich bin so ziemlich deiner meinung und live rocken die jungs so richtig das haus ^^
20 Dec 2006, 7:21 pm 2.Samuine…
Super, dein Kommentar!
Ich hätte mir vom Musikstil her auch nie das Album holen dürfen, aber ich hab die Jungs live Arsch-abrocken gesehen-und WOW!!!
Die CD ist DEEEEER Hammer, stimm dir zu!
Was sind denn die 2 Schwachstellen?
27 Jun 2007, 11:41 am 3.Kinga…
Jak ja kocham sunrise Avenue
12 Feb 2009, 5:28 pm 4.Lena…
ja. die jungs sind wirklich super. ich hab fairytale gone bad immer im radio gehört und kannte es schon beinahe auswendig, aber nie haben sie gesagt, das dieses tolle lied von sunrise avenue ist. und als ich das rausgekriegt habe, hab ich mir die cd geschnappt, und meine eltern waren wochenlang von der musik traumatisier. nö im ernst. mein vater fand forever yours echt toll und meiner mutter gefällt choose to be me super!!
also ich find die band einfach der hammer, auch, weil sie so natürlich geblieben sind.
und im moment muss ich für meine musiklehrerin eine bio schreiben über nen bekannten interpreten und sänger.klar dass ich samu nahm!!