In letzter Zeit kommt es immer häufiger vor, dass die österreichischen Nachbarn anklopfen und einem ihre Töne nahe bringen wollen. Zuletzt waren es Minze, die ihr Album So viel Zukunft, keine Zeit anpriesen, nun klopften die Linzer von Tensalomi an die Mailbox, um ihre neue CD Stay Stay mit einer Rezension bedacht auf der Seite zu sehen. Der Eindruck, der sich erhärtet, je mehr über die deutsch-österreichische Grenze in den Briefkasten kommt, ist, dass die Indie-Szene Österreichs offenbar weitaus mehr zu bieten hat, als man zunächst denken mag. Denn auch Tensalomi zeigen mit ihrem Album, dass man eigentlich viel zu selten mal bei den Nachbarn vorbeischaut…

Selbst bezeichnet die Band ihre Musik als Gitarren-Pop mit Folk-Einschlag und trifft es damit auch recht gut. Tensalomi spielen durchweg ruhigen Indie-Gitarren-Pop, der vor allem durch die glasklaren Klänge glänzt. Die Band benötigt dabei keinen Verzerrer, sondern setzt auf Klarheit. Die Arrangements präsentieren sich so in ruhiger Schönheit, vermitteln Gefühl und hantieren auf die eingängige Art. Trotz aller Ruhe ist damit nicht gesagt, dass es durchweg langsam auf Stay Stay zugehen sollte. Songs wie Will Sampson beweisen schnell, dass auch im flotteren Tempo gut Schönheit verbreitet werden kann. Die klassische Rockband-Besetzung aus Gitarre, Bass und Schlagzeug spielt hier in ruhiger Variante und wird im Hintergrund gelegentlich noch durch ein dezent eingesetztes Akkordeon begleitet. Die Gitarren-Akkorde wie auch die Solo-Einlagen bleiben dabei stets unverzerrt. So spielen sich Tensalomi durch die neun Songs ihrer CD. Auch die Gesangsstimme weiß dabei, die Emotionen zu unterstreichen. Beim Gesang fällt auf, dass es nicht nur die Männerstimme ist, sondern dass in einigen Stücken auch eine weibliche Gesangsstimme hinzutritt. Comfort with a Smile ist da so ein Fall. Das dem Stück innewohnende Sehnen wird durch den Wechsel- und teilweise „Gleichzeitig-Gesang“ sehr gut unterstrichen.

Tensalomi ist mit Stay Stay somit ein wirklich gutes Indie-Pop-Album gelungen, das entspannend und doch einnehmend wirkt. Schade ist nur, dass es lediglich neun Songs sind, die es auf das Album geschafft haben. Bei dem Potenzial wären sicherlich noch einige weitere drin gewesen. Dafür steigt hier die Spannung, wie es mit der Band weitergeht. Denn dass diese neun Songs alles gewesen wären, ist schwer vorstellbar.

Homepage: www.tensalomi.com
MySpace: www.myspace.com/tensalomi

Text: Marius Meyer