The BossHoss müssen sich wohl niemandem mehr erklären. Wer die Band einst als Eintagsfliege abgetan hat, wird diese Meinung schon lange revidiert haben müssen. Schließlich spielt die Band inzwischen regelmäßig auf großen Bühnen vor vier- bis teilweise fünfstelligen Zuschauermengen, haben diverse Alben vergoldet und nie auch nur eine Spur von Müdigkeit gezeigt. Trotz andauernder Touren fand sich zwischendurch auch noch genug Zeit, ein Album aufzunehmen, dessen Titel offenbar Programm bei der Band ist. Do or Die heißt das gute Stück und beweist, dass die Band auch vier Jahre nach Internashville Urban Hymns noch die erstere Variante bevorzugt.

Der vollzogene Weg der Band wird konsequent fortgesetzt, man wird immer eigener. Und stets sehr ernstzunehmen dabei, obwohl der Spaß bei der Band im Vordergrund steht und der Hörer diesen auch hat. Last Day als Vorab-Single war ja schon ein guter Beweis: Das alte Rock-Motiv „Live Fast, Die Young“ wurde hier zum Vorbild genommen, besungen und mit ordentlichem Tempo untermalt. Dazu der übliche Cowboy- und Country-Flair und vor allem eben eine ordentliche Portion Rock. Rau und dreckig, dennoch melodisch. Und eben ungemein mitreißend. So handhabt es die Band um Boss Power und Hoss Burns auch auf dem Rest des Albums (bzw. zumindest den sechs Songs davon, die für diesen Artikel zur Verfügung standen). Der wortspiel-trächtige Titel Eagleize it lässt eine gute Saloon-Atmosphäre aufkommen und beinhaltet etwas weniger Rock zugunsten des Tanzbeins, ein Song wie Rock on Rock hingegen lässt den Rock wieder in Reinform aufleben.

The BossHoss machen es einem auch auf Do or Die nicht schwer, sie zu mögen. Schwieriger ist es, nach all den Konzerten und Veröffentlichungen immer wieder neue Worte für das zu finden, was es immer ist: Mitreißende Musik, die wirklich Spaß macht und nicht langweilig wird. Trotz der hohen Frequenz, in der The BossHoss ihre Musik unters Volk bringen – sei es auf Tour oder auf CD – schaffen sie es, nicht monoton zu werden oder sich selbst zu wiederholen. Und allein das ist schon eine wirklich gute Leistung. Wer The BossHoss bisher mochte, wird auch dieses Album mögen. Ein Album, um neue Zielgruppen zu erschließen, ist auch Do or Die nicht, aber das dürfte eine Sorge sein, mit der sich die Band aus Berlin, Mississippi wohl nicht so schnell zu beschäftigen braucht.

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Homepage: www.thebosshoss.com
MySpace: www.myspace.com/thebosshoss

Text: Marius Meyer