Rezensionen & Tonträger Marius, 30.09.2009
The Ettes - Do You Want Power
Drei Freunde sollt ihr sein. Möglichst gewappnet mit: Einer Stimme, eine Gitarre, Schlagzeug und Bass. Die ersten zwei in einem kombiniert. Heißen diese drei dann noch Coco Hames, Poni Silver und Jem Cohen, so hat man schnell das Rezept, um The Ettes zu sein. Und wenn diese drei Menschen dann noch binnen fünf Tagen ein Album aufnehmen und es Do You Want Power nennen, so ist man ganz schnell bei ihrem neuesten Output angelangt, das mit einer außerordentlichen Sprödheit die begierige Hörerschaft zu begeistern ersucht. Auf 13 knackigen Stücken spielen sie dabei munter polternd raue Rockmusik, die nicht gerade versucht, den Schmusekurs zu beschreiten.
So Say So ist zum Beispiel so ein Titel, der zeigt, worum es der Band auf der aktuellen Platte geht. Das Schlagzeug scheppert los, ein dröhnender Bass gesellt sich hinzu, harmonischer hingegen wirken die Gitarrenläufe, die Coco Hames dazusteuert, wie auch ihr Gesang. Dennoch kann es gut passieren, dass einem Bilder vorbeifliegender Heuballen im Kopf begegnen, wenn man Do You Want Power hört. Was sich dabei dazugesellt, ist ein gewisser 70er-Punk-Charme und ein deutlicher amerikanischer Südstaaten-Flair.
Wer beispielsweise die Icky Thump von The White Stripes mochte, wird hier einige Anknüpfungsmomente finden können. Zwar ist der „Freak-Faktor“ längst nicht so ausgefallen wie bei den White Stripes und die Zahl der Einflussfaktoren nicht so hoch, dennoch aber sollte dies als grobe Einordnung eine Handreichung sein. The Ettes kommen auf ihrem Album in jedem der Stücke schnell auf den Punkt und überschreiten dabei nur selten die Drei-Minuten-Grenze. Hier soll pointiert auf den Punkt gespielt werden, was auch gut gelingt. Der Haken ist dabei einfach nur, dass am Ende nur spärliche knapp 35 Minuten rausgekommen sind. Das allerdings sollte einen nicht weiter stören, wenn man Musik dieser Art mag. Wozu gibt es schließlich den Repeat-Knopf?
Homepage: www.theettes.com
MySpace: www.myspace.com/theettes

Text: Marius Meyer