Da ist es wieder: Das altbekannte Schubladen-Problem… Zwar mag es in der Hinsicht problematischere Fälle geben, aber auch die Galan Pixs gehören zu jenen Bands, die sich einfach zu vielseitig geben, als dass man ganz simpel eine Schublade für sie aufmachen könnte. Der ganz große Durchbruch blieb ihnen zwar bisher verwehrt, aber die Liste des bisher Erreichten geht weit über den Begriff „Achtungserfolge“ hinaus: Supportgigs für Koryphäen wie Phillip Boa und Anne Clark, hohe Platzierungen in den Alternative Charts und Remixaufträge für Größen wie Front 242 sprechen da eine deutliche Sprache. Und wenn man Introducing The Band hört, sollte man meinen: Diese Erfolge haben sie sich verdient! Das Album besticht auf zehn Stücken durch sehr vielseitige alternative Rockmusik, das eine sehr gute Balance zwischen Hitpotenzial und ganz eigenem Anstrich präsentiert.
Die Marschroute ist von Beginn an klar: Rocken soll es. Major League Whores gibt den Weg vor. Die Gitarren verzerrt, das Schlagzeug straight nach vorn, treibende Bassläufe – eingängig, aber nicht zu glatt, der Rock als eindeutige Basis. Eine Basis, die für viele Stücke des Albums sehr gut anzusetzen ist. Durchaus raue Klänge, die sich aber gerne ins Ohr schmiegen und durchaus den einen oder anderen Ohrwurm hervorbringen. Eine Art sympathische Wildheit, die den Spaß offenbart, den die Galan Pixs offenbar an ihrer Musik haben.
Der Ohrwurmcharakter bleibt auch da bestehen, wo die Gruppe mit anderen Stilen liebäugelt. Die aufeinanderfolgenden Stücke Crucified und Lights Go Down In Germany beispielsweise flirten mit der Elektronik. Sie baggern sie förmlich an. Crucified fußt auf einer leicht verspielten elektronischen Grundlage, scheut dabei aber auch nicht vor der verzerrten Gitarre zurück und siedelt sich im mittleren Tempo-Bereich an. Beim folgenden Lights Go Down In Germany – einer Art heimlichen Hit des Albums – wird das Tempo dann aber wieder angezogen. Die elektronischen Klänge werden vom Schlagzeug vorangetrieben und es entwickelt sich ein tanzbares Stück Indie-Rock mit hohem Ohrwurmpotenzial.
Bei allem Tempo: Auf ruhige Momente wird auch wert gelegt. Mit Let’s Draw A Private Line beispielsweise zeigen sich die Galan Pixs von ihrer nachdenklicheren Seite. Zwar nicht wirklich balladesk, sondern im MidTempo-Bereich verankert, aber doch sehr ruhig mit klarem Moll-Einschlag. Und auch dies beherrschen die Galan Pixs.

Mit Introducing The Band präsentiert die Leipziger Gruppe sich nach all den Jahren als eine wirklich sehr ausgereifte Formation, die ein gesundes Zusammenspiel von hörbarer Spielfreude und Professionalität vereinbart. Ein rundes Album, das all seine Vielseitigkeit unter dem Schlagwort „Rock“ gut unter einen Hut bekommt. Wer alternative Rockmusik mag und von dieser Gruppe bisher noch nichts mitbekommen hat: Spätestens mit Introducing The Band führt kein Weg mehr an den Galan Pixs vorbei.

Homepage: www.thegalanpixs.de
MySpace: www.myspace.com/thegalanpixs

Text: Marius Meyer