The Glam. Glam. Moment! Da war doch mal was. 70er Jahre, Acts wie David Bowie, T. Rex und Gary Glitter. Das allerdings nur die halbe Wahrheit, wenn man nun auf die Newcomer von The Glam schaut, denn der Name ist nach Angabe von Sänger und Gitarrist Frederic augenzwinkernd und nicht so ganz wörtlich zu nehmen. „Es geht uns nicht um ein Revial der großen Zeit des Glamrock. Es geht vielmehr um eine Transformation der Stilistik, der Mode und des ganzen Lifestyles in die Moderne. Es gibt einen modernen Glam, der sich seiner Wurzeln bewusst ist, gleichzeitig aber für etwas Zukunftsgerichtetes steht.“ Markige Worte, denen die Gruppe musikalisch versucht, gerecht zu werden.

Das gelingt auf der kurzen, knapp vierstelstündigen EP auch gut. All the universe zeigt als Opener direkt breitwandigen Gitarrenrock mit hymnischem und epischem Einschlag. Viel Gefühl liegt in den Klängen, die Reminiszenzen an einst sind zwar zu hören, aber tatsächlich schaffen es The Glam, dabei modern und zeitgemäß zu klingen.
Das darauf folgende Join The Spectres könnte dem einen oder anderen Hörer bereits bekannt sein, denn dies ist ein typischer Fall von Glück gehabt. Oder auch: Mit Können überzeugt. Denn der Automobilkonzern BMW wählte diesen Song einst aus einem Pool von über 1000 Bewerbern aus, um ihn als Begleitmusik ihrer aktuellen Image-Kampagne. Damit kann man BMW guten Geschmack attestieren, denn die stampfend-eingängige Nummer weiß mit Kraft und Gefühl anzusprechen.
The Island wird anschließend etwas ruhiger. Das Tempo ist zwar immer noch im moderaten Rock-Bereich, aber es wird hier mehr Wert drauf gelegt, die Emotionen anzusprechen. Die Gitarren sind daher diesmal klarer und auch dezenter gespielt als in den beiden vorangegangenen Stücken. Wer da an frühe U2 denkt, dem ist sicherlich eine der Inspirationen für dieses Stück im Speziellen und The Glam im Allgemeinen richtig im Hinterkopf gelandet.
Melody beendet dann den kurzen Reigen auch schon wieder. Auch hier wieder klarere Gitarrenlinien, aber ein starker Blick nach vorne, während das hier dominanter als sonst gespielte Klavier für einen Hauch von Melancholie sorgt.

The Glam beweisen auf diesen vier Stücken auf jeden Fall eindrucksvoll, dass sie nicht nur Talent haben, sondern dieses auch gerne ausschöpfen. Eine spannende EP, deren einzige Ernüchterung darin besteht, dass sie nach knapp 15 Minuten schon wieder vorbei ist. Für Anfang 2009 ist das Debüt angekündigt. Hoffentlich wird dieses Versprechen gehalten!

Homepage: www.theglam.co.uk
MySpace: www.myspace.com/theglamrock

Text: Marius Meyer