Rezensionen & Tonträger Marius, 31.03.2009
The Glam – Escapism
Kurzer Blick zurück: Im November 2008 beendete ich eine Rezension mit den Worten: „Für Anfang 2009 ist das Debüt angekündigt. Hoffentlich wird dieses Versprechen gehalten!“. Die Rede war von The Glam im Zusammenhang mit ihrer letztjährigen EP zu All The Universe. Und was soll man sagen? Die Band hat ihr Versprechen gehalten und ist nun im April 2009 mit dem Album Escapism wieder da. Oder halt auch überhaupt erst da, ist es doch schließlich ihr Debüt-Album. Darauf zu finden: Ein guter Querschnitt durch das Potenzial einer Band, die sich zwar The Glam nennt, aber sich fernab davon bewegt, bloß in vergangenen musikalischen Zeiten zu schwelgen.
Natürlich: Der Glam-Touch ist da. Sonst würde sich die Band ja so nicht nennen. Einflüsse von Frühwerken von Bands wie (vor allem) U2 und The Cure aber auch moderneren Acts wie Placebo sind da sicherlich zu hören. Vor allem aber spielen The Glam eine ansprechende und moderne Art von gefühlvoller Rockmusik mit starken britischen Einflüssen. Verarbeitet werden dabei die universellen Themen Liebe, Glaube, Vertrauen, Lebenssuche – und natürlich das Zwischenmenschliche auch so ganz allgemein. Anspruchsvoll vertont mit treibenden Gitarren, melancholischen Klängen, einer gehörigen Portion Druck nach vorne und Gesang mit Wiedererkennungwert. Beispielsweise in Titeln wie This Week At War, das im gediegenen Tempo nachdenklich klingt, mit hintergründigen emotionalen Streichern aufwartet, im Chorus aber vor allem beweist, dass wir es hier mit einer gut eingespielten Rock-Band zu tun haben. Das beweisen sie auf gesamter Albumlänge und sparen sich dabei glücklicherweise auch die Ausrutscher.
The Glam sind also eine weitere Band, die beweist, dass 2009 ein wirklich gutes Jahr für neue Veröffentlichungen zu sein scheint. Denn sie veröffentlichen ein starkes Album mit elf gelungenen Stücken Rockmusik britischer Prägung, das breitwandigen Gitarrenrock zeigt und dabei mit all seiner Eigenständigkeit auch noch so etwas wie Hit-Potenzial vorweisen kann. Auch ein hymnischer Charakter kann den Stücken oft nicht abgesprochen werden, was ein Song wie Moonlight Miles gut aufzeigt. Also alles richtig gemacht – ein Album, auf das die Band zu Recht stolz sein sollte!
Weitere Artikel
Rezension: The Glam – All The Universe (EP)
Homepage: www.theglam.co.uk
MySpace: www.myspace.com/theglamrock

Text: Marius Meyer