Rastos de Sangue e fragmentos da Tradicao ist der zweite der Teil der The Empty Circle-Reihe und widmet sich den Traditionen der Habichtsinseln (oder auch Azoren, eine Inselgruppe zwischen Nordamerika und Portugal, die dem portugiesischen Staat angehört) sowie ihrer aus Portugal stammenden Vorfahren. Im Gegensatz zum Vorgänger ist hier aber kein Dark Ambient mit schamanischem Unterton zu hören. Stattdessen ist Rastos de Sangue e fragmentos da Tradicao ganz klar dem traditionellem Folk zuzuordnen. Und schafft es dabei deutlich mehr zu begeistern als sein Vorgänger.

Das liegt zunächst an der besseren Eingängigkeit, die der traditionellen Instrumentierung zu verdanken ist: Schönes Saitenspiel mit Flöten und vielem Gerassel und Geschelle gibt es hier zu hören. Der mediterrane Einfluss kommt dabei sehr gut rüber. Viele Stücke weisen auch schamanische Einflüsse auf, die aber hier besser passen scheinen als auf dem Vorgänger. Auch haben diesmal mehr Musiker mitgewirkt, wie zum Beispiel bei O Menino O, stammt dieses Lied nicht nur ursprünglich von Sangre Cavallum und war bereits auf Veleino de Teixo vertreten, haben deren Musiker hier auch mitgewirkt. Zusätzlich wechselt sich schöner männlicher und weiblicher Gesang ab und sorgt für eine verzaubernde Atmosphäre.

Bunter, eingängiger und abwechslungsreicher ist Rastos de Sangue e fragmentos da Tradicao geworden. Bleibt nur zu hoffen, dass der dritte auch noch mal einen Quantensprung macht. Dann steht einem wirklich Großes bevor.

Homepage: joyofnature.221design.com/
MySpace: www.myspace.com/thejoyofnature

Text: Tristan Osterfeld