Okay. Denken wir mal kurz nach: Eine Band, die The Pleasures heißt, ein Album rausbringt, das auf den Namen Oh yeah Revolution hört und dann dieses Plattencover – was kann man da wohl erwarten? Ja, ganz genau das. Und wer froh ist, dass der Transenrock der 80er Jahre Gott sei dank in der Versenkung verschwunden ist, wird jetzt wohl aufschreien, aber da muss man jetzt – ob es nun gefällt oder nicht – durch! Jedenfalls bringen The Pleasures genau das auf den Punkt, was in Zeiten, wo Männer enge Hosen trugen und endlos viel Haarspray in ihre Haare sprühten, genau auf den Punkt und schaffen es dabei, das Ganze noch auf die Spitze zu treiben, sodass selbst Bands wie Twisted Sister eigentlich ziemlich brav erscheinen.

Nach einem herrlich schrägen Intro beginnt die CD mit Parade, Parade, womit man definitiv mit quietschenden 80s-Keyboards und schäbigen Gitarrenriffs und Freedom-Gekreische einfach wie Quintessenz des Glam Rocks klingt. Sehr schön sind auch Honeymoon in Venice mit Trompete, das sehr schön nach vorne geht, genau so wie When you’re dead mit seinem Refrain: “You can’t Rock’n'Roll when you’re dead and you can’t loose control when you’re dead…”

So schön hat es lange keine Band mehr auf den Punkt gebracht, auch wenn man das ganze, wenn es ernst gemeint wäre, nicht für voll nehmen könnte. Aber da sich die Band selber offensichtlich nicht ganz ernst nimmt, muss man das ja auch nicht.

The Pleasures klingen wie eine bösartige Version den Glam Rocks. So als hätten Rammstein und Marylin Manson T-Rex gecovert. T-Rex ist ebenfalls ein gutes Stichwort, ist doch mit Children of the Revolution eine sehr gelungene Interpretation des T-Rex-Liedes auf Oh Yeah Revolution zu finden – inklusive fies verzerrter Gitarren.

Was auf CD schon extrem viel Spaß macht, müsste live dann richtig zünden, ist die Band doch für ihre berüchtigten Auftritte bekannt – Pyroshow und Glitterbomben inklusive. Bleibt also nur abzuwarten, bis The Pleasures in der eigenen Stadt für Chaos sorgen und sich bis dahin an dieser CD erfreuen. Oder – wenn man mit dem ganzen nichts anfangen kann – einfach um beides einen großen Bogen machen. Das wäre allerdings sehr schade!

Homepage: www.thepleasures.de
MySpace: www.myspace.com/thepleasuresmusic

Text: Tristan Osterfeld